Paraguay - Teil 2

Von Asunción nach Santa Maria de Fe

Nach drei Tagen in Asunción wurde es Zeit, sich auf die Straße zu begeben, um das Land zu erkunden.
Wir hatten ein Leihwagen mit einer Einwegmiete (sehr kompliziert und teuer) gebucht. Es war etwas schwierig, die Mietwagenstation der Firma "Localiza" zu finden, aber dank unseres geduldigen Taxifahrers fanden wir die Station im  Shoppingcenter Pinedo in Asunción. Ende gut alles gut! Nach einer kleinen Stärkung konnten wir uns endlich ins Abenteuer stürzen. Dank "Mr. Google" fanden wir auch unser erstes Ziel den Naturpark Cerro Koi in der Nähe von Aregua, aber irgendwie hatten wir die Abfahrt nach Aregua übersehen - dann muss halt die Stadt bis zum nächsten Mal auf uns "warten".

Unsere Stationen am Ypacaraí See © OpenStreetMap-Mitwirkende

Source: © OpenStreetMap-Mitwirkende

Cerro Koi Naturpark, Aregua, Paraguay

Der Park liegt liegt an der Straße Richtung Ypacarai
Eine der Formationen der Cerro Koi
So sehen die Cerro Koi Formationen aus
Am Eingang findet man eine Informationstafel über den Rundweg
Vom Punkt 6 hat man eine Sicht auf die Steinformation

Der Cerro Koi Naturpark in der Nähe von Aregua führt mit einem Rundweg zu den verschiedenen Stationen der Sehens-würdigkeiten und anhand einer, von den Rangern ausgehändigte Karte, kann man nachlesen, was an den Stationen zu sehen ist. Es ist wirklich ein sehr informativer Rundweg durch diese einmalige Natur. 

Der Gipfel gehört zur Gruppe der Hügel des Ybytypanemá-Gebirges . Dies wurde 1993 aufgrund der Form seiner Steine ​​(achteckig), die es nur dreimal auf der Welt gibt, zum Naturerbe erklärt.

Cerro Koi sind Sandsteine mit einer penta- und hexagonalen Form, die übereinander geschichtet und miteinander lose verbunden sind. Wissenschaftlich sind sie noch nicht abschließend analysiert.
Man wandert auf unbefestigten Wegen um einen Hügel mit einem Aussichtspunkt auf den Ypacaraí-See und auf Areguá schauen kann. 

Öffnungszeiten
Montag bis einschließlich Sonntag 
von 8.00 bis 16.00 Uhr; Eintritt kostenlos
Kontakt:  Ruta Aregua, Areguá, Paraguay,
 +595 984 774641

Empfohlene Dauer 2 Stunden; je nach Jahres- und Uhrzeit unbedingt Wasser mitnehmen. Es kann sehr heiß auf dem Rundgang werden.

Parkfläche: 26 Hektar

Fahrt mit dem Bus
Entfernung von Asunción Richtung Aregua ca. 24 km, Fahrdauer ca. 43 Minuten

 

 

 

 

Ein Schmetterling auf dem Rundweg im Cerro Koi Naturepark in der Nähe von Aregua
Das ist eine Typisches Bild der Cerro Koi Sandsteine

San Bernardino und Umgebung

Liebes Tagebuch... Gott sei Dank schreibt Manuela konsequent und täglich unsere Aktivitäten in ein Tagebuch und so kann man nachlesen, wo wir waren und was wir so getrieben hatten. Eine tolle Hilfe!

Unser nächstes Hotel nach Asunción war das "Ruta del Sol", ein 3 Sterne Hotel, ganz in der Nähe (km 42) Ruta II (Autobahn-ähnliche Straße). Die  Zimmer waren einfach so auch das Bad, aber sauber. Es gab Frühstück und Abendessen dazu mehr in der Hotelbewertung.
Für unsere Belange und als Standort für unsere Ausflüge ausreichend.
Beim Hotel befinden sich 2 kleine Museen: ein Weinbau Museum und eines mit alten landwirtschaftlichen Gerätschaften.

Das Hotel hat ein großes Restaurant, das bekannt für seine Musikaufführungen am Wochenende ist.

Hotel Ruta del Sole in San Bernadino nahe dem km 42 der Ruta II
Ein nettes Team am Empfang
Beim Hotel Ruta del Sol gibt es ein Weinmuseum deutschen Ursprungs.
Der Samstagsmarkt in San Bernardino, Paraguay
Backwaren auf dem Samstagsmarkt in San Bernardino.
Samstagsmarkt in San Bernardino, Paraguay

Gleich nach dem Frühstück starteten wir unserer Erkundung der Umgebung.

San Bernardino ist eine Kleinstadt, ca. 50 km von Asunción entfernt. Sie liegt am Ostufer des Ypacaraí-Sees. Leider ist dieser See sehr verschmutzt und zum Schwimmen ungeeignet.
1881 wurde die Stadt als deutsche Kolonie gegründet, früher hieß die Stadt Nueva Baviera und nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie umbenannt in San Bernardino.
Die Stadt ist ein beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen und viele wohlhabende Paraguayer aus Asunción haben hier ihr Ferienhaus. 
Von November bis Februar verwandelt sich der, für neun Monate sehr ruhige Ort, in "Ballermannähnliche" Verhältnisse mit Clubs und Discos, Geschäfte die sonst geschlossen sind öffnen, so übrigens auch der Lokale Mac Donalds und Autoschlangen reichen bis zur Autobahn (5 km).

Gott sei Dank blieb uns das erspart. Wir entdeckten jedoch  den Wochenmarkt, der jeden Samstag von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr auf dem Stadtplatz abgehalten wird. Es ist wie ein Flohmarkt mit allem, was das deutsche Herz begehrt; von Lebensmitteln, Backwaren, typisch deutschen Produkten, und natürlich auch mit Ständen die Hunger und Durst befriedigen. Es ist, so erschien es uns, ein Treffpunkt der Deutschen die dort in der Umgebung wohnen.
Die Gründe, warum die Leute der verschiedensten Nationen nach Paraguay auswandern sind vielfältig. Es erscheint, dass die meisten mit ihrem Leben dort zufrieden sind. Es gibt Erfolgreiche, Ruheständler und solche, für die das Leben dort nicht einfach ist.

Man wird schon neugierig wenn man sieht was angeboten wird
Flaschenöffner und Biergläser der verchiedensten Brauerein aus Deutschland

Bilder vom Samstagsmarkt in San Bernardino, Paraguay

Sicherlich kann man hier den ersten Hunger stillen.
Heimatliche Produkte vermisst man im Ausland schon einmal
Mein Frau konnt mich gerade noch zurück halten.
Wie kann man bei so Charm wiederstehen? Also her mit dem Selbstgebackenen.

Der Herbolista

Ypacaraí ist eine Stadt und ein Distrikt in Paraguay, 32 km von  Asunción entfernt. Der Distrikt  grenzt an den gleichnamigen See. Die Stadt wird die Folklorehauptstadt Paraguays genannt.
Das Festival del Lago Ypacaraí, das größte des Landes, findet jährlich  im August/September statt. Es besteht aus einem nationalen Tanz-, Poesie- und Theaterfest sowie einem internationalen Gitarrenfest.

Das Kräutergeschäft in Ypacarai
Das Wissen des Mannes über Kräuter war umfangreich.

Die medizinische Versorgung in Paraguay ist für alle kostenlos. Jeder kann sich in den Krankenhäusern versorgen lassen, irgendwie wird jeder behandelt.
Medikamente und Heilmittel muss der Patient selbst kaufen und bezahlen, selbst die Hüftprothese muss man selbst bezahlen.
Die Versorgung im Krankenhaus muss von einer Begleitperson durchgeführt werden. 

Viele können sich jedoch die Medizin nicht leisten. Deswegen spielt der Herbolista, das Kräuterhaus eine wichtige Rolle, um günstige Naturheilkräuter zu bekommen.
Für denjenigen der mehr wissen möchte hier zwei Links

  1. Das Gesundheitswesen in Paraguay
  2. Heilmittel, Kräuter und Medizin aus Paraguay

(für die Inhalte der oben genannten Links sind die entsprechenden Webseiten verantwortlich)

Das Kräutergeschäft
Reisen Macht hungrig
Selbstgemachte Empanadas von dieser familiengeführten Bar und ein Trink waren das Mittagessen

Caacupé

Nach unserem kleinen Imbiss mussten wir unsere Neugierde weiter befriedigen und entschlossen uns, nach Caacupé zu fahren. Ein anderer Grund dafür war , daß jedes Jahr am 8. Dezember bis zu 3 Millionen Menschen von überall her, nach Caacupé pilgern, um der heiligen Jungfrau von Caacupé zu huldigen. Eine Woche vor diesem bedeutenden Fest war schon ziemlich viel los!

Die Basílica de la Virgen de Caacupé ist international sehr bekannt und in der Marien Verehrung sehr wichtig. Die Architektur ist sehr beeindruckend und prägt das Stadtbild. 

Straßenverkäufer an der Mautstelle Ruta 2
Die Basilika de la Virgen de la Caacupé Paraguay

Das Heiligtum der Jungfrau von Caacupé ist eine katholische Basilika in Paraguay, die am 8. Dezember 1765 eingeweiht wurde und für viele Gläubige ein wichtiger Wallfahrtsort ist. Der Name Caacupé leitet sich vom Guarani Wort "Ka'a Kupe" ab, was "hinter dem Wald" bedeutet. Caacupé gilt als die spirituelle Hauptstadt von Paraguay, da sie das größte Heiligtum des Landes beherbergt. Die Kirche wurde im Mai 1988 von Papst Johannes Paul II. und im Juli 2015 von Papst Franziskus, besucht.

Impressionen von Caacupé
Da wir vor dem 8. Dezember unterwegs waren, begegneten uns überall Pilger auf dem Weg zur Basilika in Caacupé
Überall sind Verkaufstände zu finden, die alles mögliche anbieten, bis hin zum Bad/Dusche
Die Leute holen sich Wasser von diesem Brunnen oder spritzen sich ab mit dem Wasser, man sagt das Wasser habe eine heilende Wirkung.
Caacupé, unter dem Einfluß der jährlichen Pilger
Pilger in Caacupé
Die Straßen in Caacupé sind schon sehr von Pilgern, fliegenden Händlern und Besucher bevölkert,

Die Legende der Heiligen Jungfrau von Caacupé

Im 16.Jahrhundert wurde ein bekehrter Guaraní von einem feindlichen Stamm verfolgt. Er schwor der Heiligen Jungfrau Maria ihr Ebenbild zu schnitzen und zwar aus dem Holz der Bäume die ihn vor den Feinden verbargen.

Er schnitzte 2 Madonnen von Caacupé. Die größere befindet sich in der Franziskanerkirche von Tobatí, eine kleinere behielt er für sich. 1603 überflutete der heute Ypacaraí See das gesamte Tal und das Haus der Guaraní und mit ihm verschwand auch die Figur, doch wie durch ein Wunder tauchte sie wieder auf. Seitdem gilt die Figur als „Jungfrau der Wunder“.

Ein Künstler erstellte daraufhin eine Skulptur der Madonna mit blauen Augen, blondem Haar und dem traditionellen blauen Gewand. Diese Skulptur wird noch heute, jedes Jahr von etwa 3.000.000 Gläubigen verehrt.

Menschen in Caacupé
Man wartet auf den Tag
Personengruppe im Park von Caacupe
Eine Gruppe Kinder
Eine Gruppe von Kindern vor dem Park in Caacupé.
Selbst von Argentinien kommen Pilger. Viele kamen mit dem Fahrrad.
Eine alte Frau
Eine alte Frau in Caacupe
Verkúfer vor der "Basilica de la Virgen de Caacupé "
Alles was ein Pilger vielleicht braucht.

Caacupé - Atyrá - San Bernardino

Um die Gegend noch etwas mehr zu erkunden fuhren wir von Caacupé über Atryrá nach San Bernardino.
Auf dem Weg nach Atryrá begann es zu regnen, erst leicht und dann goss es in Strömen. 
Irgendwo entlang der Straße stand links von uns ein Flugzeug der "Lineas Aereas Paraguayas", offensichtlich ein Ausstellungsstück und eine Attraktion für das Wochenende.

Atyrá, liegt auf einer Höhe von 300 Meter und liegt somit höher als die meisten Städte in Paraguay. Die Stadt wurde 1539 unter den Franziskanern gegründet. Was einem sofort auffällt ist die Sauberkeit der Stadt. In der Fußgängerzone " Paseo Peatonal Indio José" findet man Kunsthandwerkstände mit Produktion aus Leder. Leider hatte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht.


Sehenswürdigkeiten:
Franziskanerkirche (16.Jahrhundert), Museum für religiöse Kunst mit Exponaten aus der Franziskanerzeit, "Casa de Retiro" ein Refugium der katholischen Kirche  mit Hotel und Gastronomie. Auf  58 Hektar steht ein 7.000 Quadratmeter großes, ebenerdiges Gebäude im Stil der Jesuiten. Es beherbergt   90 Zimmer, eine kleine Kapelle, Kantine, Verkaufsladen und Freizeitbereiche. Ein mehrere tausend Quadratmeter großer  Innenhof ist rechtwinklig angelegt, mit einem überdachten Wandelgang der an allen Zimmern vorbeiführt.

Ein altes Flugzeug der Lineas Aereas Paraguayas in einem Park vor Atyrá.
Ein heftiger Wolkenbruch

Nach Atryrá ging es Richtung Altos und Costa Serena am Ypacaraí See. Langsam klarte das Wetter auf, jedoch ermahnten uns die dunklen Wolken, sehr vorsichtig zu fahren. Die Straßenverhältnisse nach Regen sind nicht gut. Es gibt kein Strassen Entwässerungssystem und in Seitenstraßen kann man durchaus auch Schlamm antreffen, aber aufmerksames Fahren vermeidet Probleme. 

Ein Blick auf den Ypacarai See in Paraguay
Strand am Ypacaraí See
Beim Bummeln fanden wir das "Oktoberfest" ein Restaurant in San Bernardino, ein wirklich bayrisches Lokal.
Die Speisekarte ist tatsächlich bayrisch.
Ein Weißbier in Paraguay und das im Resturant Oktoberfest

Man merkt den Einfluss der deutschen Einwanderer immer wieder in Paraguay, sei es in der Gastronomie oder anderen Bereichen. Bei unserem abschließenden, kleinen Spaziergang durch San Bernardino sahen wir das Schild "Restaurante Oktoberfest" was uns neugierig machte, Hunger hatten wir ebenfalls - also nichts wie hinein. Siehe da, tatsächlich eine bayrische Kneipe, da fühlt man sich doch gleich zu Hause mit dem König Ludwig im Hintergrund und ein Weißbier unter dem bayrischen Wappen.

Der Wirt kommt vom Chiemsee, neugierig wie wir waren fragten wir ihn aus. Er fühlt sich wohl und Paraguay und persönliche Gründe führten ihn nach San Bernardino.
Am Wochenende kommen die die wohlhabenden Hauptstädter mit großen Autos, Porsche usw. aus Asunción, um in ihren das Wochenende fern der Großstadt zu genießen und um sich kulinarisch mit bayrischen Schmankerln zu verwöhnen. Anscheinend vertragen sich die europäische und die paraguayische Lebensweise sehr gut.

Anmerkung: Auf dem ersten Bild sieht man, daß die Seitenstraßen in der Regel nicht geteert sind, sondern Pflaster- oder unbefestigte Straßen sind.

Der nächste Artikel beschäftigt sich mit Santa Maria de Fe und den Jesuitenreduktionen (Jesuiten -Guarani Siedlungen)  in der Gegend von von Santa Maria de Fee bis Encarnación. Wir wussten nicht viel darüber, aber je mehr wir uns damit beschäftigten um so interessanter wurde das Thema. Es ist ein Lehrstück wie Erfolg Neider hervorruft und wie das Interesse einzelner, mächtiger Männer Errungenschaften Anderer zunichte macht.

Part 3:  Santa Maria de Fe 

Wir würden uns freuen Euch auch auf diesem Blogteil wieder zusehen

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