Madeira Tagebuch

Reisen in Pandemie Zeiten

Madeira neu erlebt, Juli 2020

Inhaltsverzeichnis
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    Vorbereitung von Reisen in Pandemie Zeiten

    7 Monate sind seit unserer Ankunft in Teneriffa vergangen, 7 Monate, die wir ganz bewusst auf unserer Insel verbracht haben und eigentlich nichts vermisst haben.

    Reisen in Pandemie Zeiten bedürfen besonderer Überlegungen und einer entsprechenden Planung. Dennoch haben wir natürlich gefreut, als sich die Chance abzeichnete, dass wir auch mal wieder die Nase über unseren Inselrand hinausbewegen können. Ein Besuch „bei Nachbarn“, auf der schönen portugiesischen Insel Madeira stand ganz oben auf unserer Wunschliste – und dieser Wunsch konnte ab 1. Juli mit der Öffnung der Grenzen in die Realität umgesetzt werden! 

    In der Vorbereitung war lediglich die Wahl des Hotels etwas aufwändiger, denn viele haben noch nicht offen, manche erschienen uns zu weit abgelegen. Die Vermutung lag nahe, dass auch viele Restaurants noch nicht offen haben.

    Das Päckchen Flug, Hotel, Mietwagen war jedoch nach intensiver Recherche an einem Wochenende geschnürt, die App „Madeira Safe Travel“ ohne Probleme heruntergeladen und dann konnte schon die Vorfreude beginnen.

    Flug nach Madeira

    Da es derzeit keine Direktflüge zwischen Teneriffa und Madeira gibt, mussten wir via Gran Canaria fliegen, was jedoch kein Problem war. Beide Strecken wurden mit einer ATR72-500 von BinterCanarias bedient und waren gut gebucht. An Bord gab es ein Desinfektionstuch, aber sonst keinen Service.  

    Abflug von Teneriffa mit BinterCanarias nach Grand Canaria und weiter nach Madeira
    Fliegen mit Maske von Flughafen zu Flughafen

    Die abenteuerliche Landung direkt vom Meer her am Flughafen Madeira Cristiano Ronaldo erfordert von den Piloten eine spezielle Lizenz und besonderes fliegerisches Können - sie bietet für Passagiere auf der linken Seite des Flugzeugs jedoch tolle Ausblicke auf die gebirgige grüne Insel.
    Wir waren tatsächlich die einzige Maschine auf dem Vorfeld – eine sehr spezielle Situation!

     Nachfolgend zwei Filme über die Landung auf Madeira:

    Das leere Flugfeld in Madeira in Zeiten der Pandemie

    Landung auf Flughafen Madeira Cristiano Ronaldo

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    Corona Sicherheitsmaßnahmen in Madeira

    Madeira hat alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um Madeira sicher für Reisende zu machen!
    Als Reisender ist es DEINE Pflicht dich zu schützen, aber der Schutz der Bevölkerung des Reiselandes ist noch wichtiger! Besonders die Bewohner von Inseln bedürfen unserer Rücksichtnahme und der Befolgung der Vorschriften des Gesundheitswesens.
    Ein Balleinmannverhalten zeugt von Rücksichtslosigkeit und Dummheit, ist dein Bestreben ausgelassen zu feiern - bleib Zuhause! Du kannst feiern, aber im Rahmen der Vorgaben!
    Madeira Traveller Registrationen ist der direkt link zu der Onlineregistrierung. Wir empfehlen dir dringend dieses zu tun - es erspart Dir Zeit am Airport! (klicke den Button).

    Madeira-Safe to Discover führt dich zu der englischen Webseite des Madeira Regional Tourism Board. Hier findest du alle Informationen die wichtig für deine Urlaubsentscheidung sind und viele Erklärungen. Klick auf den Button "Safe to Discover Guide" auf dieser Seite und lade das PDF-Dokument herunter.

    Corona Test Prozedur auf dem Flughafen von Madeira

    Im Gebäude wurden wir sehr freundlich begrüßt. Die Wärmekameras haben wir nicht bemerkt, die müssen wohl sehr diskret untergebracht sein. Mit unseren Koffern ging es dann zuerst zum Mietwagenschalter und anschließend folgte man den entsprechenden Punkten: grün für Passagiere, die ein negatives Covid Test Resultat (nicht älter als 72 Std.) vorweisen können, blau für Passagiere, die den PCR Test (derzeit kostenlos) vor Ort machen lassen müssen.

    Wir gehörten zur blauen Gruppe, doch vor dem medizinischen Pflichtprogramm wurden wir mit einer Banane, eine Flasche Wasser und einer kleinen Flasche Madeira Wein sehr charmant begrüßt – was für eine nette Geste!

    Solch eine Einrichtung sollte es an allen Flughäfen geben
    Flughafen Maeira

    Wenn man die Applikation vor der Reise schon auf dem Smartphone heruntergeladen hat, die Fragen ausgefüllt und den QR-Code bekommen hat, dann dauert die Registrierung für den Schnelltest nicht lange: nach Bestätigung der E-Mail-Adresse und der Telefonnummer bekommt man eine Registriernummer (die auch sofort per E-Mail bestätigt wird) und schon geht es zum Test. Zugegeben, der ist nicht wirklich angenehm, denn es wird eine Probe im Rachen und aus beiden Nasenlöchern genommen und das jeweils sehr tief – aber es ist schnell vorbei und schon darf man seiner Wege gehen. Nach spätestens 12 Stunden sollte das Resultat per E-Mail und SMS mitgeteilt werden (Das hat bei uns nach exakt 12 Stunden geklappt!). Wenn es negativ ist, darf man seinen Urlaub auf Madeira frei genießen. Wir haben Gott sei Dank keine Erfahrung mit einem positiven Testresultat machen müssen – aber wir gehen davon aus, dass man dann vom Gesundheitsamt kontaktiert wird (man muss ja seinen Aufenthaltsort mitteilen) und man die weiteren Schritte mitgeteilt bekommt.

    Die Landebahn am Flughafen von Madeira

    Blick auf den Anfang der Landebahn in Madeira
    Die Landebahn in Madeira ist eine Betonstruktur
    In Madeira fährt man unter der Landebahn durch

    Für uns ging es vom Flughafen dann in flotter Fahrt mit unserem Mietwagen über die Autobahn durch unzählige Tunnels Richtung Funchal und in unser Hotel Porto Mare. Die Beschreibung/Bewertung des Hotels findet Ihr in einem eigenen Beitrag, nur so viel an dieser Stelle: Wir wurden sehr freundlich begrüßt, bekamen beim Check-in eine Tüte mit 2 Masken und einer Flasche Desinfektionsgel und fanden vom ersten Moment an, dass unser Hotel für diese Reise eine gute Wahl war. Unser großzügiges Zimmer mit Blick vom Balkon über den schön angelegten Garten und zum Meer hat uns auf Anhieb gefallen!

    Vor dem Abendessen im Hotel schlenderten wir durch den Garten und machten es uns dann im Außenbereich des Restaurants Atlântida gemütlich. Die Distanz zu anderen Gästen zu wahren: kein Problem, denn von 800 Betten waren bei unserer Ankunft gerade mal 60 belegt! Das Abendessen war lecker und das Personal sehr freundlich und professionell – so konnte der Urlaub für uns entspannt losgehen!

    Interaktive Karte von Madeira

    Interaktive Open Street Map von Madeira

    Open Street Maps QR-Code
    Download Open Street Map Madeira © OpenStreetMap

    Rundfahrt Funchal – Curral das Freiras – Camara de Lobos – Sao Vicente – Porto Moniz – Serra de Agua – Funchal  (155km, 10 Std.)

    Unsere Tour am zweiten Tag in Madeira

     „© OpenStreetMap-Mitwirkende“ /  www.openstreetmap.org/copyright

    Blick auf Curral das Freiras vom Aussichtspunkt Eira do Serrado; Madeira

    Montag, 13.07.

    Für den ersten Tag haben wir uns aus dem Reiseführer eine „Madeira – alle Höhepunkte Tour“ herausgesucht. Doch wir wären nicht wir, wenn wir nicht spätestens nach 25 % der Route alles komplett umstellen und den Gegebenheiten anpassen würden! 😉

    Los ging's nach dem Frühstück im Hotel (dazu mehr in der Hotelbewertung) bei herrlichem Sonnenschein aus Funchal raus direkt in luftige Höhen. Durch einen Navigationsfehler konnten wir gleich unser Auto testen, denn wir landeten auf sehr engen, steilen und kurvigen Nebenstraßen, auf denen kaum 2 Autos Platz hatten. Doch unser 1er BMW meisterte diese Herausforderung bestens – die Lehre daraus ist: für Madeira sollte man keinesfalls am Mietauto sparen und sich lieber eine höher motorisierte Version und vor allem ein Automatikgetriebe leisten – der Fahrer wird sich freuen! Was uns auch aufgefallen ist: die einheimischen Autofahrer zeichnen sich nicht wirklich durch Geduld und moderates Fahren aus – ein Navi tut auch sehr gute Dienste, denn nach dem Weg suchen wird von anderen Autofahrern nicht besonders freundlich unterstützt. Vielleicht müssen sich die Einheimischen aber auch einfach nur wieder an Touristen in Mietautos gewöhnen! Wenn man mal aus dem Stadtbereich draußen ist, wird der Verkehr merklich weniger und für den Rest des Tages haben wir uns über zumeist leere Straßen gefreut. Das wird sich mit zunehmendem Tourismus aber bestimmt auch wieder ändern...

    Aussichtspunkt Eira do Serrado, Madeira
    Eira do Serrado, Blick Richtung Funchal

    Aussichtspunkt Eira do Serrado

    Schlussendlich fanden wir wieder auf die richtige Hauptstraße zurück und waren nach einer knappen Stunde Fahrt mit zum Teil atemberaubenden Ausblicken bei unserer ersten Etappe angekommen: dem Aussichtspunkt Eira do Serrado. Von dort aus hat man einen unglaublichen Blick über Madeira's Bergwelt und einen Blick auf das berühmte Nonnental, Curral das Freiras.

    Vom Parkplatz aus geht man einen kleinen Fußweg mit einigen Stufen zur Aussichtsplattform; weniger Gehwillige können im Souvenirladen neben dem Parkplatz etwas einkaufen und bei einem Drink den Blick von der Terrasse ins Nonnental genießen – die kleine Extraanstrengung lohnt sich aber wirklich!

    Für Wanderer bietet sich ein Aufenthalt im Hotel Eira do Serrado Hotel an  – die Zimmer haben einen tollen Ausblick ins Nonnental. Derzeit ist das Hotel aber noch geschlossen, da der Tourismus erst langsam wieder anläuft.

    (ER 107) Entfernung ca.12 km

    Der Weg zum Aussichtspunkt mit Blick zum Nonnental
    Blick auf die alte Straße nach Curral das Freiras
    Blick vom Aussichtspunkt Eira do Serrado (1094 m) auf Curral Freiras, Madeira

    Das Dorf Curral das Freiras

    Der Ort Curral das Freiras, Madeira
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    Wegweiser Curral das Freiras, Madeira, Portugal

    Nun wollten wir auch dem Städtchen Curral das Freiras einen Besuch abstatten. Mit dem neuen Tunnel ist man schnell vom Aussichtspunkt in der Stadt. Noch ist alles ziemlich ruhig dort. Von der Kirche (und dem angrenzenden Friedhof) hat mein einen schönen Blick ins untere Tal.

    Der Ort ist bekannt für seine Kastanien und so kann man über getrocknete Kastanien, Kastanienhonig und Marmelade, Kastanienlikör und alle möglichen Backwaren aus Kastanien probieren und als Souvenir für zu Hause kaufen. Und wer dann immer noch Lust auf Kastanien hat, kann sich in dem kleinen, hübsch gestalteten Museum zur Geschichte der Kastanien im Ort umsehen.
    Eira do Serrado - Curral das Freiras (VE6) ca. 3,4 km

    Wegweiser Curral das Freiras, Madeira, Portugal
    Ausstellungsobjekte im Kastanienmuseum in Curral das Freiras
    Blick zum Aussichtspunk Eira do Serrado
    Kauf eines Kastanienhonigs
    Kastanienmuseum Curral das Freiras
    Kochstelle im Museum, Ausstellung eines Bauernhauses
    Blick auf die Berge Curral Freiras

    Die Ortschaft Cámera de Lobos

    Panorama Cámara de Lobos

    Nach diesem Besuch beschlossen wir, das ursprüngliche Tagesprogramm umzustellen und fuhren zunächst wieder an die Südküste nach Cámera de Lobos (Bedeutung des Namens: Höhle der Mönchsrobben). Das Städtchen ist eines der ältesten Fischerdörfer auf der Insel Madeira.  In dem malerischen Städtchen mit den schroffen Felsen, welches durch Winston Churchill berühmt wurde, ist noch kein einziges Hotel offen und so trifft man dort nur Einheimische oder lokale Tagesgäste. Die Not ist offensichtlich sehr groß und so wird man recht offensiv aufgefordert, in Souvenirläden zu gehen oder ein Restaurant zu besuchen. Wenn wir für die notleidende Bevölkerung nicht so ein großes Verständnis hätten (wir kennen das Problem des fehlenden Tourismus von Teneriffa sehr gut), hätten wir es als leicht aufdringlich empfunden. So haben wir uns einfach freundlich bedankt und alles Gute gewünscht und haben damit stets eine freundliche Antwort bekommen! Empathie und Freundlichkeit ist derzeit sicherlich ein ganz wichtiger Faktor beim Reisen!
    Curral das Freiras - Cámara  de Lobos (ER 107
    Estrada da Eira do Serrado Estrada da Vitória) ca. 19 km)

    1 R. Nossa Sra. da Conceição
    Statue Winston Churchill
    Bild von Churchill
    Die Mönchsrobbe, der Namensgeber für Cámara de Lobos
    Statue Winston Churchill

    São Vicente an der Nordküste

    Blick auf São Vicente und die Berge

    Von Cámara de Lobos aus ging es dann in flotter Fahrt auf der Autobahn nach Ribera Brava und dann durch die Berge in Richtung Nordküste. Man kann die Fahrzeit um einiges verkürzen, indem man den gut 4 km langen Tunnel hinter Serra de Agua fährt – welch gigantische Landschaft man aber dadurch verpasst, haben wir erst auf der Rückfahrt erlebt. São Vicente ein kein besonders interessanter Ort – die eigentliche Attraktion sind die vulkanischen Höhlen, die wir jedoch aus Zeitmangel nicht besuchen konnten – es könnte auch sein, dass sie noch gar nicht offen sind. Man kann sie aber einfach finden, denn sie sind gut ausgeschildert. Vor der Weiterfahrt nach Porto Moniz kehrten wir in der Taberna de Sao Vicente für ein leckeres Mittagessen ein, gute Hausmannskost zu einem sehr fairen Preis und einem freundlichen Service. Eines DER typische Gerichte ist Picada (eine Art Gulasch mit einer leckeren Soße) und Pommes und Bulho de Caco (das typische Fladenbrot mit Knoblauch gefüllt) und dazu ein Bier. Allerdings ist auch der schwarze Degenfisch mit Banane eine typische Position auf der lokalen Speisekarte! Das Restaurant ist direkt an der Hauptstraße gelegen und unter Einheimischen recht beliebt. 
    Cámara  de Lobos - Sao Vincente ca. (VR1,VR4) 36 km

    Bilder von São Vicente

    Blick auf den Wasserfall Véu da Noiva und alte Straße Madeira in der Nähe von Seixal
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    Wasserfall Brautschleier oder Véu da Noiva

    Mittlerweile war es schon kurz nach 16 Uhr – also Zeit, die Fahrt an der Nordküste in Angriff zu nehmen. Madeira hat ein extensives Netz von Tunnels, die das extrem gebirgige Terrain der Insel für Autofahrten sehr erleichtern. Ab und zu sieht man noch die alte Straße, die sich sehr abenteuerlich an den steilen Felswänden entlang windet – nichts für zartbesaitete Flachlandtouristen und nicht mal für uns erprobte „Bergziegen“! In diesem Teil der Insel sind übrigens auch an jedem nur erdenklichen Fleck Reben angebaut – na ja, die Grundzutat für den Madeira Wein muss ja irgendwo wachsen!
    Kurz nach dem Tunnel João Delgado (VE2) biegt man rechts zum Miradouro do Véu da Noiva ab. Von dort hat man einen schönen Blick auf die Nordküste Madeiras, auf den Wasserfall "Brautschleier oder Véu da Noiva" und die abenteuerliche alte Straße "Antigo Tracado" früher die winzigste Verbindungsstraße an der Nordküste, heute ist sie gesperrt!

    Nicht weit von dem Aussichtspunkt entfernt befindet sich das Dorf Seixal.
    Seixal, ein kleines Dorf an Madeiras Nordküste, ist bekannt durch seine Strände Cube Naval do Seixal und Praia da Laje oder auch durch sein Naturschwimmbecken. Rund um Seixal, selbst im Ort, wird Wein angebaut. 


    Porto Moniz hat uns etwas enttäuscht – vermutlich ist es zu „normalen“ Zeiten hier auch viel lebendiger! Der Zeitrahmen für eine genaue Besichtigung war sehr beschränkt und wir konnten uns nicht lang im Ort aufhalten.
    Sao Vincente - Seixal - Porto Moniz (VR2) ca. 16 km

    Bilder Seixal & Porto Moniz

    Die Hochebene Ribeira de Janela & Paul da Serra

    Auf der Hochebene von Pailde Serra, Madeira.Portugal
    Blick ins Tal

    Nachdem das Wetter auch immer bewölkter wurde, freuten wir uns nun auf die Fahrt in die Hochebene des Parque Natural de Madeira, die sich durch die Ribeira de Janela und Paul da Serra erstreckt. Bei herrlichem Wetter durchfuhren wir verschiedenen Zonen der Flora und Fauna, von struppigem grünen Gebüsch, üppigen Hortensien Blüten, blauen Tajinasten und dem giftigen, aber wunderschönen roten Fingerhut, trafen auf Kuhherden, die sich an den Gräsern und Büschen gütlich tun – und waren auf der R110 praktisch alleine! Bis zum Startpunkt einer wohl sehr bekannten und beliebten Levadawanderung „Levada das 25 Fontes und Lavada do Risco“ – da standen mindestens 15 Autos auf dem Parkplatz! Für heute haben wir keine größere Wanderung eingeplant, aber diese Strecke darf auf die To-do-Liste für den nächsten Madeirabesuch!
    Nicht allzu weit entfernt liegt ein Windpark, wir machten einen kurzen Stopp, um ins Tal zu schauen - die Windmühlen machten einen ordentlichen Krach.

    Nach diesem Parkplatz wurde die Fahrt schlagartig zum absoluten Erlebnis: Ausblicke in zerklüftete, tiefe Täler, über Bergkämme schießende Wolken, üppig blühende Blumen! Nach der Abzweigung auf die R228 (von dort geht die Wanderung des Camino del Norte weg) waren wir plötzlich in einem Eukalyptuswald mit üppig blühenden weißen und blauen Hortensienbüschen und weitere tolle Ausblicke ins Tal –  mit dem Licht- und Schattenspiel des frühen Sommerabends – einfach sensationell!
    Porto Moniz - Serra De Agua (ER101 & 110) ca. 46 km

    Wolkenformationen in den Bergen Madeiras

    155 km sind wir heute gefahren und waren nach 10 Std. wieder im Hotel – erfüllt von all den schönen Erlebnissen heute und völlig erledigt vom Auf und Ab von Madeira's Bergwelt. Schön war's – so kann es gerne weitergehen!..

    Blick ins Tal
    Ende unseren ersten Tagesausflug
    Hotels in São Martinho, Funchal

    Rundfahrt Funchal - Ponta de Sao Lourenco - Porto da Cruz – Santana – Funchal (128km, 8 Std.)

    Rundfahrt Funchal - Ponta de Sao Lourenco - Porto da Cruz – Santana – Funchal (128km, 8 Std.)

     „© OpenStreetMap-Mitwirkende“ /  www.openstreetmap.org/copyright
    Wir befuhren die mit blauen Pfeilen angezeigte Strecke, weil sie interessanter ist als die Autobahn.

    Cristo-Rei-Statue, Madeira

    Die Statue steht bei Ponta do Garajau. Eine Seilbahn führt zum Strand.
    Die Anfahrt zum Praia do Garajau Strand. Alternative kann man eine Seilbahn benutzen

    Dienstag, 14.07.20

    Unser heutiges Tagespensum hatten wir bereits gestern Abend festgelegt und so galt es nach dem Frühstück lediglich, das Navi zu programmieren und uns, begleitet von herrlichem Sonnenschein (bei angenehmen 26 °C) auf den Weg zu machen.

    Unser erster Programmpunkt war ein alter Bekannter: Die Christusstatue mit dem schönen Ausblick nach Funchal oberhalb des „Paradies Beach“ am Ponta de Garajau gelegen. Der Parkplatz war gut besetzt von einheimischen Strandgängern, die mit der kleinen Seilbahn an den Strand fahren. Der Ausblick war auch dieses Mal wieder sehr schön, ein kleiner Espresso Macchiato, hier Garoto genannt, und dann gings weiter an der Küste entlang. Auf dieser Strecke fährt man am Flughafen vorbei und die Landebahn ist wirklich eine bemerkenswerte Konstruktion!
    Funchal - Cristo Rei (VR1/Estr.do Garajau) ca.13 km

    Halbinsel Ponta de Sao Lourenco

    Informationstafel am Ponta de São Lourenço
    Ponta de São Lourenço auf der südlichen Seite

    Unser nächster Zielpunkt war die zerklüftete Halbinsel Ponta de S. Lourenço, womöglich die windigste Ecke der Insel. Man sieht auch einen dramatischen Wechsel der Vegetation: nur noch niedrige Büsche, denen der Wind nichts anhaben kann, kaum mehr Blühendes! An dieser Ecke sieht man auch den vulkanischen Ursprung der Insel gut in Form von schroffen vielfarbigen Gesteinsformationen mit merkwürdigen Mustern. Trotz des starken Windes und der Bewölkung war das ein sehr interessanter Abstecher.

    Auch für Wanderer gibt es einen schönen und nicht sehr anspruchsvollen Weg (Vereda de Sao Lourenco). Auf der Rückfahrt entdeckten wir noch eine unbeschilderte Abzweigung: Die Straße ist eng, aber geteert und führt bis zu einem Picknickplatz (Miradouro da Ponta do Rosto und Miradouro do Caniçal) unterhalb einer (militärischen?) Radarstation. Und hier entdeckten wir die Felsen, die wir in Büchern über Madeira bewundert hatten! Jetzt waren wir wirklich glücklich über unseren Abstecher!
    Cristo Rei - Ponta de São Lourenço, VR1 and ER109, Estr. de São Lourenço, ca.26,5 km

    Bilder Halbinsel Ponta de Sao Lourenco

    Blick auf den Ponta de São Lourenço von der anderen Seite
    beschreibung der Wanderung zum Ponta de São Lourenço
    Blick auf ein Hotel Resort, Vordergrund und auf Caniçal
    Ein wunderschöner blick Richtung Porto da Cruz, Madeira

    Die Ortschaft Porto da Cruz

    Mit dem ponta de sao lourenco im Rücken eröffnet sich dieses Panorama

    Von diesem Punkt, dem oben genannten Picknickplatz, hat man auch einen einmaligen Blick über die Süd- und die Nordküste gleichzeitig! Trotz Bewölkung im Norden ein sehr eindrückliches Bild!

    Nun ging es wieder in flotten Kurven hinauf – in Richtung Porto da Cruz wechselt die Landschaft ständig, jedoch sind Madeiras Berge einfach omnipräsent – sehr zu unserer Freude!

    Porto da Cruz zählt zu den ältesten Orten der Insel und bietet für seine vor allem einheimischen Besucher eine nette Strandpromenade und ein Schwimmbad. Ansonsten ist es ein sehr ruhiger Ort, eingebettet zwischen schroffen hohen Felswänden und einer der wenigen verbliebenen Zuckermühlen der Inseln (das Museum war leider zu). Es gibt jedoch ein paar nette Restaurants, man sitzt sehr schön direkt am Strand und genießt das Essen bei Meeresrauschen.

    Fast haben wir bei einem ausführlichen Gespräch mit unserem netten Ober des Restaurants Engenio (gehört zum Hotel Costa Linda) die Zeit vergessen – wir hatten ja noch einiges vor heute und es war schon wieder fortgeschrittener Nachmittag!

    Ponta de São Lourenço - Porto da Cruz (über VR1 und VE1) 18 km ca. oder (R108) ca.23,0 km

    Bilder Porto da Cruz

    Santana - Ribeira Frio -Funchal

    Ausblicke auf der Straße nach Santana

    Auf der Straße nach Santana mit Blick auf den Faial Strand
    Die Kurvenreiche Strecke nach Faial
    Ein Blick von Oben auf Faial, Strecke Faial - Santana, Madeira

    Unser nächstes Ziel an der Nordküste, war der bei Touristen sehr beliebte Ort Santana mit seinen Stroh bedeckten, bunten Bauernhäusern, die vermutlich keltischen Ursprungs sind. Typisch für die Häuser ist die Dreiecksform, das rot/weiße Mauerwerk und blaue Rahmen für Fenster und Türen. Heutzutage sind die Häuser mehr Ausstellungsstücke mit einer touristischen Geschäften. Wir entdeckten sogar noch ein bewohntes dieser Häuser (mit Anbau).
    Hinweis: Im Gebäude gegenüber befinden sich im Untergeschoss öffentliche Toiletten.

    Die Gegend um Santana ist mit die fruchtbarste Region der Insel.
    Die Fahrt über die Landstraße, anstatt der VE1, hat uns sehr gefallen, sie ist kurvenreich aber eröffnet immer wieder wunderschöne Blicke auf die Landschaft der Nordküste.

    Porto da Cruz - Santanter (über VE1) 12 km ca. oder (R108,VR1) ca.14,0 km

    Leider sind die meisten aufgrund des fehlenden Tourismus geschlossen und so fuhren wir etwas enttäuscht weiter.

    Bilder Santana

    Mal warten was so alles vorbei kommt

    Von Santana - Camacho - Funchal

    Die Weiterfahrt entpuppte sich als ein landschaftlicher Höhepunkt, eine Strecke die man unbedingt fahren sollte. Die Bilder vermitteln dir einen kleinen Eindruck.

    Diese Gegend offeriert viele Möglichkeiten fürs Wandern. Man findet Wandertouren von 3 bis 25 km im Nationalpark, zum Beispiel
    Vereda dos Balcones, Forellenlevada oder für den ambitionierten Wanderer der Levada do Furado.

    Weiter nach Ribeira Frio, wo die bekannte Forellenzucht sein soll, die wir jedoch nicht gesehen haben. Das Beste an dieser Fahrt war wieder die Landschaft, die uns für die fehlenden/geschlossenen Attraktionen in den verschiedenen Orten voll entschädigt hatte! In Camacho konnten wir leider von den Korbflechtern auch nichts sehen, deshalb ging es dann via Express Straße (sprich Autobahn mit einigen Tunnels) zurück ins Hotel.

    Fahrt durch Nationalpark Ribeiro Frio

    Folge uns durch die wunderschöne Landschaft des National Parks Ribeiro Frio. Lasse einfach die Bilder auf dich wirken und vielleicht bekommst du Appetit solch eine Tour auf Madeira zu unternehmen. Lehne dich zurück und folge uns.

    Abendessen auf Empfehlung im Leeno's, direkt neben unserem Hotel am Strand. Dazu mehr in einem eigenen Beitrag. Absoluter Gaumenschmaus-Tipp!

    Der ereignisreiche Tag fordert etwas für den Magen ein
    Prost, nach einem guten Tag ist ein Schluck Wein das Beste
    Ein gutes Team

    Monte - Funchal

    Kaum vorstellbar, kein Schiff im Hafen, Blick auf Funchel

    Mittwoch, 15.07.20

    Heute lassen wir es etwas ruhiger angehen – eigentlich sollte es ein Verwöhntag im Hotel werden, aber unser Entdeckerdrang überlistete die Faulheit wieder einmal.

    Zunächst besorgten wir uns Tickets für eine Levada Wanderung am Samstag und verplauderten uns mit Rubina, der netten Mitarbeiterin von Lido Tours. Der Vorteil des Reisens in diesen Zeiten ist, dass alle viel Zeit haben und immer für einen netten Gedankenaustausch zu haben sind. Zuletzt verließen wir das Büro nicht nur mit den Tickets für die Wanderung, sondern auch ein paar guten Tipps für Lokale, in denen man vorwiegend Einheimische findet. Genau nach unserem Geschmack!

    Nachdem wir unterwegs waren, beschlossen wir, nach Funchal und mit der Gondelbahn auf den Monte zu fahren. Die Korbschlittenfahrt, die bekannte Kirche und der tropische Garten boten sich als Besichtigungen bzw. Aktivitäten an. Die Fahrt mit der Gondelbahn ist sehr gemütlich und bietet eine tolle Aussicht auf Funchal – und den absolut leeren Hafen! Kein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Funchal – kaum vorstellbar, aber im Moment ist ebenso vieles anders!

    Informationstafel am Monte zu besseren Orientierung
    Der neuste Ohrenschmuck - man könnte darauf verzichten, aber er ist nötig!

    Seilbahn in Funchal & die Korbschlitten

    Die Vergangenheit ohne Pandemie
    Nichts geht! Die eingelagerten Korbschlitten in Madeira

    Die fehlenden Touristen zeigten sich auch in der fast menschenleeren Gondelbahn und in der Tatsache, dass die bekannten Schlitten fein säuberlich geparkt und festgebunden sind – keine Touristen, keine Korbschlittenfahrt! So blieb uns bis zur letzten Gondel zurück in die Stadt zumindest noch ein Besuch des tropischen Schlossgartens (Jardim Tropical Monte Palace). 

    Der Park umfasst ein Gebiet von 70.000 m2   beheimatet eine große  Kollektion an exotischen Pflanzen, zeigt Kunstobjekte aus verschiedenen Ländern und die bekannten Kachelbilder aus Portugal. 
    Der englische Konsul Charles Murray kaufte das Gelände im 18. Jahrhundert, 1897 übernahm es Alfredo Guilherme Rodrigues, der baute eine luxuriöses Wohnhaus das später in das  Monte Palace Hotel umgewandelt wurde. 1987 wurde der Park an eine Stiftung weitergereicht. Irgendwie ist der Garden skurril und morbid, aber irgendwie doch magisch mit seinen so verschiedenartigsten Ausstellungsgegenstände.

    Jardim Tropical Monte Palace, Madeira
    Jardim Tropical Monte Palace, Chinesische Figuren
    Das alte Hotelgebäude,Jardim Tropical Monte Palace

    Mercado dos Lavadores

    So sah der Markt in Funchal vor der Pandemie aus
    Der Markt 2020 in Pandemie Zeiten

    Zurück in der Stadt gingen wir von der Talstation der Gondelbahn ca. 200 m zum Mercado dos Lavadores, der ja von manchen naserümpfend als „Touristenfalle“ bezeichnet wird. Uns hat die enorme Auswahl an Früchten, Blumen und Fischen (und im OG auch Touristenartikeln) immer gut gefallen – doch was für ein Schock! Der Markt ist in der Tat kaum wieder zuerkennen, die meisten Läden zu, ein paar Früchte, getrocknete Chillies, frische typische Madeira Blumen und Samen dafür, neben einem Café, in dem wir unsere Enttäuschung mit einem Garoto herunterspülten und mit einem sehr leckeren Pasteis de Nata die Welt wieder ins richtige Lot brachten. Nun, so ist doch etwas dran an der Mär des Touristenmarktes…. Auf unsere Nachfrage, wo denn die Einheimischen ihre Einkäufe tätigen, kam die ernüchternde Information, dass das doch im Supermarkt am bequemsten ist – nur am Wochenende, Freitag und Samstag kommen die Bauern in die Stadt und versorgen die Einheimischen mit frischen Produkte – das werden wir testen! 

    Ei Blumenstand im Mercado dos Lavadores, durch die Pandemie ist die Existenz vieler bedroht

    Die Altstadt von Funchal

    Heute Abend wollten wir gleich den ersten Restauranttipp testen und dazu ging es wieder steil und kurvenreich die Berge hoch – Auto und Fahrerin sind ja nun mittlerweile daran gewöhnt! Die Fahrt hatte sich wirklich gelohnt, denn wir bekamen in uriger Atmosphäre wirklich erstklassiges lokales Essen serviert! Sowohl der Ziegenfrischkäse, als auch der Ziegenschmortopf waren hervorragend und das Passionsfruchtmousse zum Abschluss waren eine echte Gaumenfreude. Als wir wieder wegfuhren, füllte sich der Parkplatz und das Lokal – eindeutig mit Einheimischen, die den Weg in die Berge für ein gutes Essen sehr gerne auf sich nehmen!

    Den Namen dieses Geheimtipps verraten wir Euch gerne persönlich, schreibt uns einfach eine kurze E-Mail!

    Ein Geheimtipp mit hervorragendem Essen
    Sammelsurium an Dekorationsgegenständen

    Noch etwas machen wir sehr gerne: auf der Fahrt dem Navi ein Schnippchen schlagen und spontane Besichtigungen machen. Dank des sehr ruhigen Verkehrs war unsere Tour durch Funchal's Altstadt bei Nacht wirklich interessant – und niemand störte sich an dem Mietwagen, der sehr gemütlich übers Kopfsteinpflaster zuckelte!
    Für Entdecker sind wenig Touristen schon ein Segen….

    Bilder von Funchal

    Rundfahrt Funchal – Cabo Girao – Leuchtturm Ponta do Pargo – Madalena do Mar – Ponta do Sol (127 km, 8 Std.)

    Donnerstag, 16.07.20

    Nach dem Frühstück hatten wir erst ein interessantes Gespräch mit der Group Marketing Managerin (Fabiola) und der Group PR Managerin der Porto Mare Hotelgruppe, was uns interessante Einblicke in die Strategien der Hotelgruppe in der derzeitigen Situation gab. Zu diesem Gespräch gehts HIER (mit Foto)

    Aussichtspunkt Cabo Giaro

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    Für diesen Tag hatten wir uns die letzte große Tour der Woche vorgenommen, die entlang der Südküste Madeiras bis zum Leuchtturm Ponta do Pargo, im äußerten Westen der Insel, ging. Den Weg dorthin legten wir so weit wie möglich an der Küste entlang zurück und fingen gleich mit dem bekannten Aussichtspunkt Cabo Girão an. Von der Aussichtsplattform mit dem Glasboden hat man eine schöne Sicht über die schroffen Felsen bei Cámara de Lobos von der anderen Seite aus. Es war ein wunderbar sonniger Tag und so sah man die verschiedenen Gesteinsfarben und die Vegetation in ihrer Vielfalt in Richtung der Berge besonders gut. Unser erster Garoto (Espresso oder Cortato)  heute bei dieser schönen Aussicht ist ein besonderer Genuss! Übrigens: normalerweise kostet der Besuch der Aussichtsplattform Eintritt – zumindest sind Ticket-Drehkreuze, die jedoch heute offen sind. Und noch ein Tipp: Man sollte immer ein paar 50-Cent-Münzen in der Tasche haben, denn an solchen Punkten kostet die Toilettennutzung meistens etwas, dafür sind sie auch stets sauber!

    Blick vom Aussichtspunkt Cabo Girão, von der höchsten Steilklippe Europas
    Blick vom Aussichtspunkt Cabo Girão, von der höchsten Steilklippe Europas

    Entlang der Küste

    Die Fahrt entlang der Küste durch mehrere ehemalige Fischerdörfer (wie z.B. Ponta do Sol, Madalena Do Mar, Jardim do Mar, Paul do Mar) ist landschaftlich interessant, jedoch sind die Orte zunehmend mit neuen Häusern bebaut, die - so vermuteten wir - wohlhabenden Insulanern gehören und hauptsächlich an den Wochenenden genutzt werden. Es sind also eher Naherholungsgebiete, in denen auch die Nutzung der Strände (grober Steine, in Calheta Wüstensand aus Afrika importiert) durch die Einheimischen sehr beliebt ist.
    Es gibt deshalb auch einige Strandrestaurants, die direkt am Wasser gelegen sind und leckere, tagesfrische Fische und Meeresfrüchte anbieten (zum Beispiel Lapas – Napfschnecken – die mit viel Knoblauch und Kräutern serviert werden und köstlich schmecken!)

    Die Leuchtturm Ponta do Pargo

    Auch auf dieser „Küstenstraße“ kommt man durch sehr viele Tunnels – das Straßentunnelsystem auf Madeira ist wirklich beachtlich! Jedoch sind all diese Bergdurchbrüche für den zunehmenden Verkehr auf der Insel sicherlich nötig, denn die Topografie der Insel ist nun mal extrem gebirgig! Sobald man an die Westseite der Insel kommt, ändert die Landschaft jedoch merklich und die schroffen Felsen machen eher sanften Hügeln Platz. Zum Leuchtturm (auf Portugiesisch Farol) Ponta do Pargo führt eine Abzweigung von der Hauptstraße und – wie könnte es anders sein – durch einen Tunnel bis an zur Steilküste, sozusagen bis ans „Landsend“, zum Leuchtturm. Es ist ein Leuchtturm, der bewohnt und auch aktiv betrieben wird. Leider kann man derzeit das angeschlossene Leuchtturmmuseum nicht besuchen. Jedoch lohnt sich der Abstecher durchaus für Menschen mit einem Faible für Steilküsten und dem Blick von weit oben in absolut sauberes und klares Meerwasser!

    Der Leuchtturm Ponta do Pargo am Ende der Insel Madeira
    Die Landschaft verändert sich in Richtung Ponta do Pargo
    Blick auf dei Steilküste am Ponta do Pargo, Richtung Porto Moriz. Das Wasser ist glasklar

    Faja da Ovelha & Madalena do Mar

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    Begegnung mit vielen Katzen in einer Gasse in Jardim do Mar

    Auf der anderen Seite des Tunnels ist übrigens ein kleines Restaurant, welches leckere und frische Grillgerichte und Salate zu einem sehr günstigen Preis anbietet – sinnigerweise heißt es Restaurant O`Farol, also das Leuchtturm Restaurant.

    Da wir Ausblicke (Miradouro) sehr mögen, machten wir auf dem Rückweg einen Abstecher zum Ausblick von Faja da Ovelha und anschließend zum Casa Pedra nach Madalena do Mar – das wurde uns fürs Mittagessen empfohlen. Kurz vor 18:00 hatte jedoch nur die Strandbar offen, die jedoch dieselbe Speisekarte hat – man sitzt idyllisch direkt am Strand und kann seine Lapas inklusive Meeresrauschen genießen. Übrigens war der Hauswein bemerkenswert und ausgezeichnet!

    Für die Nachspeise und den Kaffee fuhren wir weiter nach Ponta do Sol in die „Alte Apotheke“ (das Lokal war tatsächlich früher eine Apotheke und heißt deshalb bis heute „The Old Pharmacy“. Auch Ponta do Sol ist heute ein reiner Ferien-/Badeort für Einheimische. Obwohl die wenigen Hotels noch geschlossen sind, war am Strand doch schon ein recht lebendiges Treiben von Tagesgästen.

    Funchal, Madeira

    Mercado dos Lavadores an einem Markttag

    Freitag, 17.07.20

    Heute möchten wir dem neulich so verlassen und traurig wirkenden Markt nochmals einen Besuch abstatten, Freitag ist nämlich der Tag der Bauern, die ihre Produkte im Markt verkaufen – das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen – außerdem gibt es im Café im Markt die besten Pasteis de Nata – also gleich zwei gute Gründe in die Stadt zu fahren.

    Tatsächlich ist der Markt heute viel lebendiger und die Auswahl der frischen Produkte von den umliegenden Terrassenfeldern lässt mich fast traurig sein, dass ich nichts einkaufen kann! Aber zumindest ein paar Fotos kann man machen, auch vom Fischmarkt, der allerdings rund um die Mittagszeit schon fast leer ist – Fischer verkaufen ihre Produkte am liebsten fangfrisch und früh morgens!

    Ein Bild, das mich sehr berührte. Eine alte Frau die ihre Rente mit dem Verkauf von Sträußchen an der Straßenecke, aufbessern muss.
    Ein sehr süffiger Punsch
    Wir kamen mit ihm ins Gespräch - Corona hat die Musikszene sehr getroffen.

    Gerne hätten wir noch einer der bekannten Madeira-Wein-Manufakturen besucht, die in der Innenstadt eine Probierstube und einen Laden haben. Leider haben sie jedoch wegen Covid-19 bis zum 17.07. – also heute – geschlossen. Unser Pech!

    So schlenderten wir noch etwas durch die Fußgängerzone von Funchal, hörten einem Straßenmusikanten zu  und gönnten uns eine weiße Sangria, bevor wir den Nachmittag zur Abwechslung einmal ganz faul im Hotelgarten auf der Liege verbrachten. Schließlich war Urlaub!

    Szenen einer Stadt - Funchal

    zur Vergrößerung klick auf das Bild

    Das Ende eines Tages

    Ein hervorragendes Abendessen
    Entertainment in Pandemiezeiten, mit wenig Publikum

    Zum Abendessen zog es uns nochmals zu Leeno’s um die Ecke, deren Spezialität Fleisch und Fisch auf dem heißen Stein ist. In der Tat werden wir davon noch lange schwärmen: Wir sind uns einig, dass wir noch nie so ein gutes und zartes Stück Rinderfilet genossen haben. Und auch der Tunfisch war hervorragend! Das ist ein wirklich guter Tipp von Madeira-erfahrenen Freunden gewesen!

    Im Hotel gab es zum Ausklang dieses entspannten Tages im Außenbereich der Bar das erste Live Konzert von zwei lokalen Künstlerinnen – da mittlerweile im Hotel eine Belegungsrate von ca. 15 % erreicht wurde, war es ganz nach den neuen Regeln mit genug Abstand zwischen den einzelnen Tischen – durch geschickte Beleuchtung entstand aber trotzdem eine sehr gemütliche Atmosphäre!

    Levada Do Norte Wanderung und Ausflug zum Pico de Arieiro (50km)

    Levada do Norte Wegweiser

    Samstag, 18.07.20

    Unser letzter Tag auf der schönen Insel Madeira und nochmals voll gepackt mit spannenden Aktivitäten!
    Ganz oben stand auf meiner Wunschliste für diese Woche eine Levada Wanderung – dieser Wunsch wurde heute erfüllt.

    Zur Erklärung: Levada ist ein Bewässerungskanal und wurde ursprünglich angelegt, um Felder auf verschiedenen Ebenen mit Wasser aus den Bergen zu versorgen. „Levada Wächter“ ist bis heute ein wichtiger Beruf; diese Männer kümmern sich um die Levadas: die Läufe je nach Bedarf lenken, das Wasser auffangen, durch Filter reinigen und dann weiter über Felder schicken oder in die Kläranlage zur Trinkwasseraufbereitung lenken.

    Die Wasserversorgung von Madeira - Levadas
    Entlang der Levadas - Madeira
    Entlang des Levada do Norte

    Levada do Norte

    Führerin und Fernsehteam bei der Levada Wanderung, Madeira
    Die Frau lebt allein in ihrem Haus beim Levada do Norte
    Der Hund der alten Frau bewacht sein Revier, Madeira
    Entlang des Wasserwegs, Madeira
    Levada Wanderung Levada do Norte

    Die Levada do Norte fängt in Seixal an und ist die zweitlängste Levada der Insel und auch eine der wichtigsten, insgesamt ca. 60 km lang. Einige Streckenabschnitte sollen sehr anspruchsvoll und auch z.T. gefährlich sein. Unsere Gruppe war auf 5.3, nicht sehr anspruchsvollen Kilometern, unterwegs. Hier ging es auch gar nicht um sportliche Höchstleistungen, sondern um das Erlebnis an sich, einem solchen Wasserlauf und seinem Leben links und rechts davon zu folgen. Es ist eine tolle Art, die Fauna Madeiras zu entdecken – und zwar nicht nur die endemische, sondern auch die importierte, problematische!

    Dörfer im Serra de Agua Tal

    Unser Spaziergang fing mit einem fantastischen Ausblick auf das Serra de Agua Tal an (das Tal des  "Wassergebirges", Wander Routen im Tal ). Man kann gut sehen, dass die Dörfer früher keine Straßenanbindung hatten (die kurvige Bergstraße, auf der wir zum Ausgangspunkt unserer Wanderung gefahren waren, gibt es erst seit gut 20 Jahren!). Früher mussten die Menschen über 2500 Stufen von Ribera Brava alles zu Fuß in ihre Dörfer tragen!! Die Menschen versorgten sich deshalb hauptsächlich selbst und bauten auf Terrassen alles an, was zum Leben gebraucht wurde. Da dies ein sehr hartes Leben ist, sind mittlerweile einige kleine Dörfer verlassen – die Bewohner bzw. ihre Kinder und Enkel bevorzugen das etwas komfortablere Leben in der Stadt!

    Die Pflanzenwelt

    Wer kennt diese Blume?
    Wer kennt diese Pflanze? Madeira
    Blume aus Madeira

    Auf dieser Wanderung kam auch die Frage auf, wo in Madeira eigentlich das Wasser herkommt. Es regnet viel auf der Insel, deshalb ist sie auch im Sommer so grün. Jedoch gibt es auch zwei endemische Pflanzen, die sehr effiziente Wasserproduzenten sind, indem sie die Wolken „melken“. Zum einen sind das die Lorbeerbäume – deren getrocknete Blätter man überall kaufen kann. Die „Melkkönigin“ ist jedoch die Erika (das in Deutschland bekannte Heidekraut ist hier auf Madeira ein sehr langsam wachsender Baum), die am Tag 20-30 lt. Wasser aus den zahlreich vorhandenen Wolken oder Nebelfeldern holt. Das ist eine enorme Leistung.

    Diese Blume, in Portugiesisch Estrelicia kann man überall auf Madeira finden. Auch in Teneriffa kommt sie viel vor.

    Eukalyptusbäume ein Problem für Madeira

    Eukalypten, sind eine Katastrophe für jede Insel durch ihren hohen Wasserverbrauch und bei Feuer
    Der Samen des Eukalyptusbaumes bracht Feuer zur Weiterverbreitung

    Vor gut 200 Jahren hatte Madeira ein Problem: es wurde zu viel abgeholzt und dadurch gab es einige Erdrutsche. Da die endemischen Bäume langsam wachsen, haben die Portugiesen aus Australien Eukalyptusbäume importiert – die wachsen 2 m im Jahr und vermehren sind sehr schnell, vor allem durch Feuer! Eukalyptusbäume benötigen gut 12 Liter Wasser am Tag – sie trocknen die Erde also aus, wodurch in den zunehmend heißen Sommern die Waldbrandgefahr enorm steigt. Die Kapseln mit den Samen für die neuen Bäume benötigen Feuer, um explosionsartig aufzuplatzen, damit der Samen möglichst weit getragen wird. Ein genialer Zug der Natur – aber eine Katastrophe für die Insel Madeira, die keine Flüsse oder Seen hat! Nach dem letzten großen Feuer von 2016 hat man in der Regierung der "Autonomen Region Madeira" wohl langsam begriffen, dass sowohl die Eukalyptuswälder als auch die importierten Mimosen langsam zum großen Problem für die Insel werden. Man hat mit dem Anbau von Eukalyptusbäumen ein Problem durch ein viel größeres ersetzt! Ich bin gespannt, ob durch diese Erkenntnis die Zahl der Eukalyptuswälder in der Zukunft bemerkenswert abnehmen wird!

    Pico do Ariero

    Der Pico do Arieiro ist mit einer Höhe von 1818 m der dritthöchste Berg Madeiras.
    Ich auf dem Pico do Ariero

    Bildern vom Pico do Ariero

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    Nach dieser interessanten Levada Wanderung gönnten wir uns an unserem letzten Tag auf Madeira noch einen fast allerletzten Höhepunkt – im wahrsten Sinne des Wortes! Mit dem Auto kann man in einer guten Stunde Fahrzeit von Funchal zum 3. höchsten Berg Madeiras gelangen, zum Pico de Arieiro (1810 m). Der atemberaubende Rundblick in tiefe zerklüftete Täler und unter anderem zum höchsten Berg Madeiras, dem Pico Ruvio (1862 m) lässt einem einfach nur staunen!

    Es ist der meistbesuchte Gipfel Madeiras, da er mit einer Straße erschlossen ist. Blick nach Curral das Freiras
    Wir waren oben, hier ist der "Beweis", aber nur mit dem Auto

    Rundblick über Madeira vom Pico do Ariero. Start mit einem Blick nach Curral das Freiras, nächstes Bild zeigt den Wanderweg PR1, und weiter gehts im Uhrzeigersinn bis man Funchal in der Ferne sieht.
    Zur Vergrößerung klicke auf das Bild.

    Wanderung zwischen Pico do Arieiro und Pico Ruvio

    Tafel mit der Beschreibung des Wanderwegs PR1 Madeira

    Wer diese grandiose Bergwelt lieber aktiv erkunden und erleben möchte, dem sei die (sehr anspruchsvolle 5 Std.) Wanderung zu den topografischen Höhepunkten Madeiras zu empfehlen. Zwischen dem Pico do Arieiro und dem Pico Ruvio gilt es z.T. steile Auf- und Abstiege über hohe Felsstufen zu bewältigen. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und eine gute Kondition sind für diese Tour absolute Voraussetzung. Jedoch wurde uns berichtet, dass diese Tour die Anstrengung wirklich wert ist!
    Offizielle Wanderwege (eine Webseite mit PDF Downloads über die offiziellen Wanderwege auf Madeira und vieles mehr, wie, z.B. Kartenübersicht und Listenübersicht von www.madeira-tipps.de)

    Wir sind dafür leider nicht qualifiziert, haben aber diesen Ausflug mit dem Auto zu den traumhaften Aussichten wirklich sehr genossen!

    Ende eines wunderschönen und erlebnisreichen Urlaubs

    Reid’s Palace eines der alten 5 Sterne Hotels in Funchal
    Ein romantischer Abend
    Avista Restaurant

    Für unseren letzten Abend gönnen wir uns einen kleinen Luxus: ein Abendessen im Avista Restaurant, welches zur Porto Mare Gruppe gehört und direkt hinter dem Reids Hotel, auf einer Klippe mit einer sehr guten Aussicht auf Funchal gelegen ist. Wir genießen den sehr aufmerksamen Service, ein gutes Essen und natürlich vor allem den tollen Ausblick und die romantische Atmosphäre unseres sehr privaten Tisches! Ein wirklich schöner und stilvoller Abschluss unseres genussreichen Urlaubs auf Madeira!   

    Wir hoffen wir konnten euch die Informationssuche über das Thema Madeira erleichtern.

    VIELEN DANK FÜR DEINEN BESUCH

    Es haben  uns gefreut, dich auf unserem Madeira Blog zu begrüßen und wir hoffen, dass wir mit unseren Informationen und Bilden unsere Erfahrungen mit der Insel widerspiegeln konnten und dir dabei die Informationssuche erleichterten!

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