Die Jesuitenreduktionen

Paraguay - Teil 5

Die Jesuitenreduktionen

Heute ist es Zeit, Santa Maria de Fe zu verlassen und unsere Reise fortzusetzen. Wir verlassen die kleine Ortschaft mit den Worten meiner Frau:

"In diesem kleinen Ort wohnt für mich ein besonderer Zauber inne."

Ich kann dieses nur bestätigen, Santa Maria hat etwas, vielleicht auch etwas beruhigendes, wenn man Herz und Augen öffnet.

Jesuitenreduktionen der Guaraní

SAN COSME y DAMIÁN

San Cosme y Damián ist ein Bezirk in Paraguay und eine einzigartige Jesuiten-Guarani Reduktionen: die Reduktion wurde teilweise restauriert, die bestehenden Gebäude haben ein Dach und die Kirche wird für Gottesdienste benutzt.

San Cosme y Damián, zwei frühchristliche Märtyrer, die Medizin praktizierten ohne etwas dafür zu verlangen und so viele zum Christentum bekehrten. Sie gelten als die Schutzheiligen der  Apotheker.

An diesem Ort wurde im Jahre 1632 durch den Jesuitenpater Adriano Formaoso die Jesuitenreduktion   San Cosme y Damián gegründet. Er wählte San Cosme y Damián als Patron für die Siedlung.

Die Jesuiten bauten ihre Siedlungen immer in der Nähe größerer Guaraní Siedlungen.
Die Jesuiten missionierten, indem sie die Sprache der Einheimischen lernten, sie verfassten Wörterbücher, übersetzten die Bibel und andere Schriften und druckten diese. Dadurch wurde die Einheimischensprache, die bis dahin nicht schriftlich niedergelegt war, erhalten. Aus Guarani und Chiquito entstand, vermischt mit vielen Dialekten, eine gemeinschaftliche Sprache. Die Sprache der Guaraní hat sich in Paraguay neben Spanisch als offizielle Sprache bis heute erhalten.

Der Erfolg der Jesuiten basierte darauf, das Denken der Einheimischen zu respektieren und sich deren Schulungs- und Lebensgewohnheiten anzupassen. Ein weiterer Faktor war, daß die Guaraní in den Reduktionen vor Sklavenjägern geschützt waren. Um 1630 wurden ganze Dörfer von den Bandeiranten niedergebrannt und Zehntausende von Einheimischen wurden versklavt oder ermordet. Die Jesuitensiedlungen erhielten von König Philipp IV das Recht sich zu bewaffnen. Bei einem Angriff der Bandeiranten 1641 bewährte sich der Aufbau einer Miliz. Für mehr Informationen klick hier

damien-encarnacion1
Die Kirche in San Cosme und San Damian

Die Mission San Cosme y Damian liegt cirka 50 km von Encarnación entfernt. Die Jesuiten Reduktion wurde ein paar mal verlegt, bis sie am heutigen Platz etabliert wurde. 1900 brannte die Hauptkirche nieder, 1977 wurde sie restauriert.
Pater Buenaventura Suarez (Mathematiker, Physiker und Gelehrter) kam 1703 nach San Cosme y Damian und er baute mit den Guaranis ein Fernrohr und eine Sternwarte. Er war ein Liebhaber der Kosmologie und er konstruierte eine Sonnenuhr, die man noch heute sehen kann. (siehe Bilder und Youtube).
Der Jesuitenpater war der erste Astronom der südlichen Hemisphäre. 

SAN COSME y DAMIÁN - Astronomische Zentrum

Pater Buenaventura Suarez, baute mit den Guaranis ein Fernrohr und eine Sternwarte.
Ein Observatorium, ein Ausflug in die Geschichte und ein Planetarium des südlichen Himmels.

Eintrittspreise

Der Eintritt in die Reduktion kostet:
Ausländer     - Gs 25,000 (3,55 Euro)
Paraguayans - Gs 15,000 (2,13 Euro)
ausgenommen Einheimische  und unter 12 oder über 65  -5,000 (0,71 Euro)

Das Ticket gilt auch für Trinidad & Jesús und ist für drei Tage gültig.
Kreditkarten werden akzeptiert 

Das Astronomische Zentrum:

Multimedia Zentrum:

- Zeigt einen Film über das Buch von Suárez "Lunario de un Siglo (1748)"
- Mythologie der Guaranis in Bezug auf die Sterne
z.B. die Gürtelsterne des Orion sind die drei Kriegerwitwen (Mutter & 2 Töchter); oder Sagittarius im Zentrum der Milchstraße war der Pfad des Tapirs (mboreví rapé) mit trockenen Blättern (die Sterne), dem er jede Nacht folgt;
Mond- oder Sonnefinsternis war der Blaue Jaguar (jaguar jhový) mit der Sonne oder dem Mond in seinem Maul;
das Kreuz des Südens ist der Fußabdruck des Rhea (ähnlich dem Strauß) mit seinen drei Zehen und der Ferse.

Planetarium:

30-40 Leute können in diesem Dom im Kreis sitzen. Es werden die Bahnen der Sterne zu verschiedenen Jahreszeiten gezeigt.
Die Führer sind aus der Ortschaft, sie wurden 11 Monate lang von dem Paraguayanischen Astronomer Blas Servin trainiert und die besten fünf werden dann Führer für die Besucher. Wir waren beeindruckt von ihrem Wissen.

Teleskop

Es hat eine 3000-fache Vergrößerung und befindet sich in einem Gebäude mit einem beweglichen Dach. Da immer nur eine Person durch das Telescope schauen kann, dauert es etwas. Gezeigt werden die verschiedenen Sterne und Planeten, entsprechend der Jahreszeit.
Ein Solar Teleskop ermöglich einen Blick in die Sonne zu werfen.
Eine Armillarsphäre  zeigt die Bahnen der Planeten um die Erde, abhängig von der Jahreszeit. Es ist ein altes astronomisches Gerät und es gibt nur noch wenige davon auf der Welt.

Ein Gnomon, ein vertikaler Stab wirft einen Schatten der zu verschiedenen Zeiten auf dem Boden markiert wird. (am 20 & 23 Juni ist die Sonne im Winter in Paraguay am niedrigsten und der Schatten ist lang und in bei der Dezember Sonnenwende wirft der Stab kurzfristig keinen Schatten. Der mittlere Schatten gibt das Frühjahr und den Herbst an. In Paraguay ist der 21.September Frühjahrsanfang und der 21.März ist der Herbstanfang).

 

Das Planetarium und Armillarsphäre
Armillarsphäre zeigt die Bahnen der Gestirne,San Cosme Y Damián,Paraguay
Verfasst bei Suárez 1720 einem Jesuitenpater in Paraguay
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SAN COSME y DAMIÁN - Jesuiten-Guarani Reduktion

Die Jesuiten-Guarani Reduction Mission San Cosme und San Damian

Colegio

Auf der linken Seite befindet sich die Kirche, die Gebäudewände sind Originalwände  das Gebäude wurde jedoch ursprünglich nicht als Kirche gebaut. Es sollte ein Teil des"colegio" (Gebäude im Hintergrund) sein. Die Räume sind Speisesaal, Keller und Küche, Werkstatt, Getreidekammer (im oberen Stockwerk)  und ein Toilettensystem am Ende des Gebäudes. Man findet einige Originalteile wie bemalte Holzdecken, Türteile, und einige schmiedeeiserne Fensterstäbe (die einzigen Orginale in Paraguay). Die Hintertüren im Gebäude , Richtung Rio Paraná, waren für Leute, die vom Fluß her kamen (1800m).
Das Eingangstor (rechts) wurde restauriert, die roten Steine sind original und die weißen Ergänzungssteine. An der Spitze sieht man eine Fledermaus (auf Spanisch murcielago), der Wächter heiliger Stätten.
Alle Gebäude besitzen überdachte Säulengänge, um trockenen Fußes alle Räume zu erreichen. Das Kreuz links ist zum Teil ein Orginal.

Eingangstor Mission San Cosme und San Damian
Eingangstor Mission San Cosme y Damian
Noch heute werden Räume der Reduction Mission San Cosme und San Damian für den Relionsunterricht verwendet.
Die Küche und Kellerabgang im Colegio San Cosme Y Damián
Treppenaufgang zum Kornspeicher
Treppenaufgang zum Kornspeicher San Cosme Y Damián
Brunnen Colegio San Cosme Y Damián

SAN COSME y DAMIÁN - Die Kirche

San Cosme Y Damián, die eigentlich keine Kirche sein sollte.
Das Kirchenschiff in Die Kirche in San Cosme und San Damian, Paraguay
Ein antiker Ledersessel der 1988 von Past Johan Paul II benutzt wurde bei seinem Besuch in San Cosme und San Damia
St.Michael mit einem Hermaphrodit Teufel

Die Kirche sollte eigentlich ein Teil des "Colegio" sein, was auch am Baustil erkennbar ist. Die richtige Kirche wurde nie gebaut, da die Jesuiten 1767 das Land verlassen mussten.  1899 wurde die Kirche sehr stark durch ein Feuer beschädigt. Die Wände sind das originale Mauerwerk, das Dach wurde nach alten Vorbildern renoviert.

 

In der Kirche befindet sich ein antiker Ledersessel mit geschnitzten und vergoldeten Armlehnen und Stuhlbeinen. Auf dem Rückenteil  ist die Nationale Blume von Paraguay die Mburucujá (eine hölzerne Rebe) aufgemalt. Der Stuhl war von Past John Paul II bei seinem Besuch in Encarnación benutzt worden.

 

Es gibt viele religöse, geschnitzte Figuren in der Kirche, die aus der Zeit der Jesuiten stammen. Es würde jedoch zu weit führen alle aufzuführen.

Christusfigure San Cosme und San Damia
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Statuen San Cosme und San Damia
Die Figuren von Statuen San Cosme und San Damia in der Kirche mit dem Altar im Hintergrund
Heiligen Figuren in der Kirche San Cosme und San Damian

Die bekannte Sonnenuhr (gebaut dem Jesuitenpater und Astronom Buenaventura Suárez) in San Cosme y Damián ist in 15 Minuten Sektionen eingeteilt. Die Uhr ist jedoch nicht mehr genau, weil Besucher manchmal Druck auf das Metallteil ausübten. 

Sonnenuhr in San Cosme y Damian , Paraguay
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Mach mal Pause

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Ein fantastische Pizza aus einem VW Bus in San Cosme Y Damián,Paraguay
Was ist es? Ein Monster? Hatte unsere Pizza das Monster angelockt?
Das Viech wollte zustechen!
Ein Pizzabäcker in seinem VW Bus, Fernando und seine Pizza

Ein lustiger Pizzabäcker namens Fernando in seinem umgebauten VW Bulli: die fahrende Pizzeria in San Cosme y Damián, Paraguay. Es war eine der besten Pizzen seit langer Zeit. Selbst das "Monster", welches sich auf meinem Knie niedergelassen hatte, wollte sich bedienen.

Jesús de Tavarangue im Distrikt Jesús
Jesús de Tavarangue im Distrikt Jesús
Vor dem Eingang

Karte Für Trinidad und Jesús

Jesús de Tavarangüe

Öffnungszeiten

Sommer: 07.00 - 19.00 Uhr,
3D Presentation Mittwoch und Sonntags 20.30 Uhr

Winter:   07.00 - 18.00 Uhr
3D Presentation Mittwoch und Sonntags 19.00 Uhr

Eintrittspreise: 
Allgemein   .........25.000 Gs ....3.50 Euro
Paraguayos ........15.000 Gs ....2.10 Euro
Rentner & unter 12  5.000 GS ... 0.70 Euro

Von Encarnación 
Fahrzeit 1Std 12 Min ...56 Km
Fahre auf der Ruta 6 bis Trinidad, biege nach links (Tankstelle Petropar) ab und folge der Ruta Jesús de Tavarangüé, biege in Jesús rechts auf die Pitiantuta bis zur Doctor Luís Terwindt, biege nach links ab und folge der Straße bis zu den Ruinen. 

 

Webseite für Trinidad und Jesús    Karte von Jesús und Trinidad

Die erste Siedlung Jesús  wurde 1685, ungefähr 200 km vom Rio Monday entfernt, von zwei spanischen Jesuiten P. Francisco García und P. Gerónimo Delfín gegründet. Die Reduktion wurde einige Male verlegt, 1691 in die Nähe des Rio Ibaretý, später zum Rio Mandisoví mit 2400 Einwohnern. 1758 oder 1759 wurde die Siedlung zu ihrem heutigen Platz verlegt. 

Jesús wurde nie vollendet, ein Grund war die Ausweisung der Jesuiten 1768 aus Südamerika. Ein politisches Ränkespiel einflussreicher Leute in Portugal, Spanien und Frankreich führte zum Niedergang der Jesuiten. Der Hauptgrund war Neid auf die erfolgreichen Jesuiten.

Panorama der Jesús Ruinen, Paraguay

Die Kirche, 59x24 m, ist nicht wirklich eine Ruine, denn sie wurde wegen der Ausweisung der Jesuiten nie fertiggestellt.  Die 11 m hohen Wände sind intakt, weil man in der Gegend Kalkstein fand und diesen verbaute. Viele andere Kirchen der Jesuiten Reduktionen verfielen.

Die drei Eingänge zur Kirche sind vom Mudejar Stil beeinflusst, da die Architekten Spanier waren, eine Ähnlichkeit  zu der Moschee-Kathedrale in Córdoba ist sichtbar.

Die zwei Nischen sind  an der Seite mit Pflanzenmotiven (Passionsblüte, (mburucuyá)= Passion, Fleur de lys (heraldische Lilie = Reinheit; Kokuspalme=Eingang nach Jerusalem) verziert. Über der Nische (im Bogen) befindet sich eine Muschel, das  Sinnbild der Taufe. Darüber findet man die Krone des Papstes (papal tira) mit den Schlüsseln von St.Peter auf einer Seite und zwei gekreuzten  Schwertern auf der anderen Seite. Dies bedeutete, die Reduktion stand unter dem Schutze des Papstes und hatte das Recht Waffen zur Selbstverteidigung zu tragen.

Auf beiden Seiten befinden sich  Säulen, deren Kapitelle  mit Palmwedel verziert sind. Der Mörtel wurde aus Tierknochen, Eierschalen und gelbem Lehm hergestellt. Die 12 Säulenstummel stellen die 12 Apostel dar.

Die Kircheruine in Jesús, Paraguay
Wenn man im Inneren steht bekommt man eine Vorstellung wie groß die Kirche geplant war.
Die Nischen neben den Eingängen. Vermutlich standen Figuren von St. Peter und St.Paul in den Nischen.
Der Altar in der Ruine Reduktion Jesús, Paraguay
Inschrift des Säulenkopfes

S.Fra.co de Asis 1776 & S.To. Domingo Gúzman ist in die Säule unterhalb des Säulenkopfes eingraviert. 
Nach der Ausweisung der Jesuiten wurde die Reduktion an die Franziskaner und vielleicht an die Dominikaner übergeben. Innerhalb von 70 Jahren reduzierte sich die Einwohnerschaft auf 300.

Der "Plaza Privato"

Die Räume der Priester, Schule, Werkstätte, Küche, Essbereich, Toiletten wurden nach außen hin, auf beiden Seiten des Gebäudes von einem überdachten Säulengang geschützt.

Casa de Indigenous 

Die Reduktionen waren alle im selben System gebaut. An einer Seite stand die Kirche und das Colegio und an drei Seiten befanden sich die Wohngebäude für die Guaranis. 

Räume der Reduktion, geschützt durch einen Säulengang
Die Unterkunfte für die Guaranis.
Ein Blick auf die Landschaft der Kordilleren, Reduktion Jesus, Paraguay
Der Verlauf des Seitendaches, Jesus; Paraguay
S.Fra.co de Asis 1776 & S.To. Domingo Gúzman eingraviert in die Säule
Im Gespräch mit dem Führer

Informationen zu den Jesuiten (Links)

Tagespost
Schöne Utopie
Planng eines "Jakobsweg" in Paraguay
& Informationen zu den Jesuitenreduktionen  

LINKFANG
Jesuitenreduktion
Detaillierte Informationen und Hintergründe zu den Jesuitenreduktionen

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La Santísima Trinidad de Paraná

Eingang zu den Ruinen in Trinidad
Museumsschild Santísimo Trinidad del Paraná

La Santísima Trinidad del Paraná ( Flußname wurde 1712 zu dieser Stelle verlegt). Charakteristisch für diese Jesuiten Reduktion ist die Verwendung von Steinen für Gebäude. Die früheren Reduktion waren aus Lehmziegeln und Holz erbaut und sind verschwunden.

In der Kirchenruine in Trinida Paraguay

Eintritt und Öffnungszeiten

Öffungszeiten:

Okt.- März 07.00 - 19.00 oder bis zur Dunkelheit
Nachtvorstellung (Lichtshow) März - Okt. 19.00 - ca. 20.00,
                                           Okt. - März 20.00 - ca. 21.00    Donnerstag - Sonntag
Eintrittskarte gilt in Verbindung mit San Cosme y Damián und Jesús de Tavarangüe

Preise: 
Ausländer       25,000 PYG = 2,50 Euro
Paraguayans   15,000 PYG = 1,50 Euro
Einwohner oder unter 12 oder über 65   5,000 PYG = 0,50 Euro

Die Reduktion besitzt zwei Kirchen, die Hauptkirche wurde vom Jesuiten Architekt Giovanni Battista Primoli (1643-1747) und von Antoino de Ribera erbaut.
In seiner Blütezeit hatte Trinidad 5.000 Einwohner, 30 caciques (Anführer einer Ureinwohner Gruppe) und 25.000 Rinder.
Der erste Philharmonie Chor in der Rio Plata Region kam von Trinidad (ca. 1730), es gab auch einen Chor mit 200 Kindern.
In der Regel gab es nur zwei oder drei Priester in jeder Reduktion, eine weiterer Indikator für die Leistung dieser Leute. Fr. Pierpaolo Danesi komplettierte den Dom mit Friesen, Friese mit Engel und andere Elemente im Inneren und den Glockenturm. Nach der Ausweisung der Jesuiten und der Übernahme Trinidads durch Asunción übernahmen die Franziskaner die Seelsorge, der Niedergang der Reduktion war sofort spürbar. 35 Jahre nach der Ausweisung der Jesuiten gab es keine Guaranis mehr in der Reduktion.

Die Hauptkirche

Die Kirche ist 85 m lang, 43m breit und 14 m hoch, mit einem Dach wäre sie weitere 8 m höher

Die Hauptkirche ist 85 Meter lang, 44 Meter breit und 14 Meter hoch.

Model der Hauptkirche, Trinidad, Paraguay

Der Glockenturm war bekannt für seine Glocken, er hatte 12 verschieden große Glocken aus Eisen und Bronze.
Der Dom (Hintergrund) war 24 Meter hoch. Der Dom stürzte zwei mal ein, vermutlich durch die Verwendung von porösem Sandstein. 

Blick von außen auf die Kirche der Jesuitenreduktion Trinidad, Paraguay

Der Boden (oben) ist der originale Boden der Kirche. Im Mittelschiff, in der Gruft, fand man menschliche Überreste, vermutlich die Priester. Die caciques oder Häuptlinge wurden unter dem Boden der Kirche in großen Gefäßen in einer Embryonalhaltung beerdigt. 
Die einfachen Guaranis wurden in einem Friedhof links von der Kirche beerdigt.

Diese Kanzel wurde aud 600 gefundenen Teilen rekonstruiert
Die restaurierte Kanzel

Ein Rundgang durch Santísimo Trinidad del Paraná

Karte der Anlage in Trinidad, Paraguay
Der eingang zum Museum in Trindad, Paraguay
Die Friesgestaltung an den Wänden, Kirche La Santísima Trinidad de Paraná
Das Museum La Santísima Trinidad de Paraná
Im Museum La Santísima Trinidad de Paraná, Paraguay, Steinnische
Im Hintergrund das Archeologische Museum, der Klosterhof, links die Werkstätten
Kirche Santísimo Trinidad del Paraná
Kirche (Iglesia Primitiva) Santísimo Trinidad del Paraná
Der Glockenturm,Trinidad
Der Glockenturm in der Jesuitenreduktion Trinidad
Die Häuser der Guaranis, Kirche (Iglesia Primitiva) Santísimo Trinidad del Paraná, Paraguay
Die Häuser der Indios, Ein Raum pro Familie
Ein weiterer Besucher
Ein "Einheimischer" in der Jesuitenreduktion
Ein letzer Blick auf die Jesuitenreduktion Trinidad

Ein bisschen Geschichte 

Bauweise in den Reduktionen 

Kirche mit Pfarrhaus mit einem großen freien Platz davor, in der Mitte des Platzes befand sich eine Statue des Schutzheiligen der Reduktion oder ein Kreuz. An die Kirche anschließend befanden sich Verwaltungsgebäude, Schule, Werkstätten, Warenlager und es gab sogar ein Toilettensystem.
An den drei verbleibenden Seiten ersteckten  sich die Wohngebäude der Guaranis. In der Regel bewohnte eine Familie einen Raum, in dem sie die Hängematten zwischen den Wänden aufhängen konnten.  Sowohl vor dem Gebäude als auch dahinter waren überdachte Säulengänge.

Verwaltung

Zwei bis drei Jesuitenpater waren die geistliche Leitung, sie übten eine patriarchale Herrschaft aus.
Die Guarani bildeten einen Stadtrat, das "Cabildo" bestehend aus zwei Bürgermeistern (alcaldes) und vier Ratsherren, die regidores Sie wurden einmal pro Jahr gewählt.
Um gegen Übergriffe der Portugiesischen Sklavenjäger, die sogenannten Bandeirantes oder Paulistas, geschützt zu sein, erhielten  die Jesuiten von König Philipp IV. die Erlaubnis zum Aufbau einer bewaffneten Miliz zur Verteidigung der Reduktion.

Erzeugnisse

Das Land war Gemeindeland bis auf kleine "Schrebergärten" für die einzelnen Familien. Die Ernte wurde in der Reduktion eingelagert und ein Teil musste an die spanische Krone abgegeben werden.
Die Einheimischen hatten ein Talent für handwerkliche Tätigkeiten. Vom Maurer, Zimmermann bis hin zum Buchbinder, Töpfer, Vergolder - alle Berufe waren vorhanden, um die Güter im Land selbst zu produzieren. Die Waren wurden zwischen den Reduktionen ohne Geld ausgetauscht. Ausfuhrgüter brachten einen Erlös für die Reduktionen.

Reduktion befanden sich in Argentinien, Brasilien und Paraguay, die Entfernung zwischen den einzelnen Reduktionen waren etwa 30 km.

Erfolg zieht Neider an

Der Erfolg der Reduktionen war den Kolonialisten, den Sklavenhändlern und Großgrundbesitzern ein Dorn im Auge und das Betretungsverbot des Reduktionenterritoriums für Spanier führte zu Missgunst. Gerüchte, Verleumdungen, der Glaube an immense Reichtümer in den Reduktionen wurden in Umlauf gebracht . Untersuchungen 1640 und 1657 widerlegten die Vorwürfe jedoch. Minister in Frankreich, Spanien und Portugal intervenierten bei den Königshäusern, weitere Untersuchungen waren die Folge.

Der Vertrag von 1750

Grenzstreitigkeiten zwischen Portugal und Spanien in ihren amerikanischen Besitzungen gab dem einflußreichen  Todfeind der Jesuiten, den  portugiesischen Anhängern des aufgeklärten Absolutismus Sebastião José de Carvalho e Mello die Möglichkeit einen Vertrag (Madrid am 25. Januar 1750) zu schließen, der die Gebiete zwischen Spanien und Portugal aufteilte. Eine weitere Vereinbarung war, daß alle Missionare und die in Reduktionen lebenden Guaranis die Reduktionen sofort verlassen mußten. (mehr)

Irgendwie trägt sich mir ein Vergleich zur heutigen Zeit auf, wo Lügen und Falschmeldungen zur Wahrheit werden.

Ein Film von 1989 "The Mission" mit Robert De Niro,  gibt einen kleinen Einblick in diese Zeit. Ja, es ist ein Spielfilm, aber wenn man in den Reduktionen war und sich mit der Geschichte auseinandergesetzt hatte, bekommt der Film eine etwas andere Bedeutung und man versteht die Zusammenhänge besser.

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