Eine grandiose Griechenlandreise - Geheimnisvoller Peloponnes

Umrundung des Peloponnes - Erkundigungen zu Wasser und an Land

Umrundung des Peloponnes mit MS Galileo um Land & Leute zu entdecken oder besser gesagt, wiederzuentdecken war das Ziel unserer Peloponnes Reise.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten den Peloponnes zu erkunden,  zu Land oder wie wir mit dem Schiff. Ursprünglich war es bei uns als Mietwagen Rundreise geplant, aber die Dinge entwickelten sich überraschend anders und  im Endeffekt war es das Beste, was uns passieren konnte.

Die Umrundung des Peloponnes mit der MS Galileo war eine tolle Möglichkeit, um Land und Leute kennenzulernen, die Geschichte und die Kultur Griechenlands und des Peloponnes  zu entdecken, um das Leben und die  Atmosphäre kleiner Städte zu spüren und um die Gastronomie Griechenlands in vollen Zügen zu genießen. Einer der Gründe, warum wir den Peloponnes so gut kennenlernten konnten, war das kompetente Wissen und die Organisation zweier Mitarbeiter an Bord der Galileo - mehr davon später im Artikel.

Die Galileo im Hafen von Poros
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Durchfahrt des Kanals von Korinth. (Klick auf Zeitraffer...)
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Inhaltsverzeichnis
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    Von der Idee zur Ausführung

    Irgendwie kamen wir zu dieser Reise wie die Jungfrau zum Kind.
    "Hallo Schatz, gehe mal zum Computer und schau dir an, was ich geöffnet habe." Mit diesem Satz von Manuela und nach dem Durchlesen der  angebotenen Reiseroute mit der Galileo war meine Antwort "Schatz, ich habe ein Problem - ich kann nicht nein sagen." 
    Und so buchten wir eine Reise, die wir rückblickend als eine unserer besten  bezeichnen! Das will etwas heißen, denn wir waren bereits auf allen 6 Kontinenten unterwegs. Was hat diese Reise also so speziell gemacht?

    Sie war völlig entspannt und trotzdem sehr intensiv: Schwimmen am Morgen direkt vom Schiff, nachmittags Entspannung und anschließend interessante Ausflüge mit viel Informationen über Kultur, Geschichte, über Land und Leute. Und abends konnte man genussvoll in die griechische Gastronomie und die Atmosphäre der Ortschaften eintauchen. Unsere Galileo lag immer im Zentrum einer Ortschaft. Es war Tag für Tag ein Traum!

    Es war auch ein tolles persönliches Wiedersehen und Wiederentdecken Griechenlands nach vielen Jahren der Abwesenheit.

    Sonnenuntergang auf der Galileo, wie man sieht geniesen wir es.

    Von Piräus nach Piräus

    Es kam anders als gedacht oder "Plan B"
    Der Wind in den Kykladen ist manchmal unberechenbar und in unserem Fall zwangen heftige Stürme rund um die Inseln den Captain der Galileo zu einer Routenänderung. Die Reederei hatte für diesen Fall schon vorgesorgt und wir fanden in unserer Kabine die Beschreibung von "Plan B": anstatt rund um die Kykladen rund um den Peloponnes!
    Man muss flexibel sein und wir wurden mit einer fantastischen Woche belohnt! 
    Segeln um den Peloponnes und dabei die griechische Geschichte unter kundiger Führung zu erleben war mehr als man sich wünschen konnte.

    1. Auslaufen aus Piräus (4. Sept.2020) nach Poros
    2. Fahrt nach Nafplio im Argolischer Golf - Schwimmstopp Spiaggia Kranid, Ausflug von Nafplio nach Epidauros; (5. Sept.2020)
    3. Monemvasia (6. Sept.2020)
    4. Ziel Gythion, Schwimmstopp (Elafonisos) (7. Sept.2020)
    5. Ziel Pylos, Schwimmstopp vor der Festung Methoni, Ausflug Koroni (8. Sept.2020)
    6. Zakyntos und Ziel Itea (9. Sept.2020)
    7. Ausflug Delphi, Fahrt durch den Kanal von Korinth (10. Sept.2020)
    8. Piräus (11. Sept.2020), Marina Zeas Pasalimani

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    Segeltrip mit der Galileo und Erkundung des Peleponnes

    Beginn der Reise um den Peleponnes

    Bereit für das Abenteuer Peleponnes mit der Galileo

    Wenn man in Pandemie Zeiten eine Reise plant, muss man sehr überlegt handeln, Vorkehrungen treffen und genau abwägen, was man mit möglichst wenig Risiko tun kann. Man ist verpflichtet, auch für das Wohl des Gastlandes zu sorgen, d.h. man muss entsprechende Hygienevorschriften beachten, Masken tragen und sich zum Wohle Aller rücksichtsvoll zu benehmen. 
    Griechenland war zum  Zeitpunkt unserer Reise weitgehend sicher, das Schiff hat alle nötigen Hygienevorschriften eingeführt. Tägliches Fiebermessen und Checken der Sauerstoffsättigung, Maskenpflicht im Innenbereich waren Standard, die Kabinen wurden alle zwei Tage desinfiziert und nur die Hälfte der Kabinen war belegt. Wir fühlten uns wirklich sicher aber auch wohl auf dem Schiff!
    Die Freude am Beginn der Reise kann man im Bild oben gut sehen!

    Das Schiff Galileo

    Check-in Galileo in Piräus, Griechenland
    Vor jeder Ausfahrt muss ein Safety Drill durchgeführt werde. Die Offiziere auf der Brücke sind Fauen
    Blick in die Kabine der Galileo
    Das Oberdeck der Galileo
    Der Innenraum
    Blick ins Bad der Galileo

    Bilder Links nach rechts
    1. Der Liegeplatz der Galileo in der Marina Zeas Pasalimani und der  Empfang für die Gäste.
    2. Das obere Deck der Galileo und links davon das Schwesterschiff von Variety Cruises, die MS Callisto
    3. Unser Kapitän Yannis, Josef der Cruise Direktor (Organisator vieler Aktivitäten) und Vasu, die erste Offizierin  beim Sicherheitstraining der Gäste
    4. Der Speisesaal 
    5. und 6. unsere Kabine und das Bad.

    Das Schiff - Technische Daten

    • #seaGALILEO
    • Schiffstyp: Motorregler
    • Kiellegung: 1992/ Neubau: 2007 (Renovierung: 2016)
    • Länge / Breite / Tiefgang in Meter: 48x10.5x2.8
    • Länge / Breite / Tiefgang in ft: 157x32.8x9.2
    • Max. Geschwindigkeit: 11 Knoten
    • Gäste: 49
    • Kabinen: 24 Meerblick (A: 9 B: 12 C: 3)
    • Crew: 16-18
    • Versicherung: LLOYD'S - SKULD

    Was wird geboten

    • Restaurant (eine Sitzung) & Innen und Außen Lounge - Bar
    • Mini Bibliothek
    • Strandtücher
    • Schnorchelausrüstung
    • Sonnendeck mit Liegen
    • Kajak
    • Zodiac für Ausflüge
    • Spiele
    • Wi-Fi (gegen Gebühr)
    • offene Brücke

    Unser Fazit

    Eine Kreuzfahrt mit diesem Schiff ist eine unkomplizierte Reise ohne Anzug, ohne Shows und all die Dinge, die große Kreuzfahrtschiffe anbieten. Dafür ist es ein hautnahes Erlebnis von Wind und Wellen, Meeresluft und Lebensfreude, nette Gespräche an Bord und an Land, ein familiäres Klima zwischen Gästen und Besatzung. Wir hatten das große Glück, eine charmante Archäologin an Bord zu haben, die uns die Geschichte und die Kultur des Landes auf unterhaltsame Weise nahe gebracht hat. Natürlich war es ein unschätzbarer Vorteil, dass das Schiff nur zur Hälfte besetzt war!  

    Schwimmen im Meer kann man in manchen Buchten direkt vom Schiff aus, in anderen Buchten fuhren wir mit dem Zodiac zu einem einsamen Strand. 
    Jeden Nachmittag legte das Schiff in einem anderen Hafen an, häufig mitten im 
    Ort. Dadurch ist man gleich mittendrin im lokalen Leben! 
    "Hautnah Reisen" haben wir das genannt   - und wir möchten in Zukunft gerne mehr davon haben.  

    Die nautische Besatzung, der erfahrene griechische Kapitän und seine beiden weiblichen Offiziere führten das Schiff sehr professionell und sicher. Die Küche, die Stewards und Valeria, die Bardame sorgten perfekt für das leibliche Wohl der Gäste. Mark der Hoteldirektor  war für den reibungslosen Ablauf an Bord verantwortlich. Jenny, unsere Archäologin und Josef, der Cruise Direktor bescherten uns eine erlebnisreichen und informative Reise.

    100 Punkte für die Galileo

    Mit kurzen Worten:
    Eine Reise (Kreuzfahrt), die man ohne Einschränkung empfehlen kann, wenn einem die Angebote der großen Kreuzfahrtschiffe nicht so wichtig sind, wenn man sich stattdessen für die intensive Entdeckung eines Landes, seiner Menschen und seiner Kultur interessiert.

    Poros im Saronischen Golf

    04.09.2020
    Poros, ist eine kleine Insel im Saronischen Golf mit einer Fläche von 22,9 km2 , Höhe 358 m, und ca. 3993 Einwohner.
    Suchst du Ruhe, altmodischen Charme einer kleiner griechischen Stadt und eine Insel mit seinen Pinien und einem Zitronenwald mit tausenden von Bäumen, dann bist du hier richtig.
    Henry Miller, der amerikanische Maler und Schriftsteller schwärmte auch, wie wir, von dieser Insel.

    Sonnenuntergang hinter Poros
    Die Pandemie hinterlässt auch hier ihre Spuren, man sieht kaum Menschen
    Die Anfahrt nach Poros ©justtravelpassion.de

    Wir erreichten Poros erst um 20:00 Uhr. Die Galileo ankerte direkt vor der Stadt. Entlang der Uferpromenade findet man die verschiedensten Kneipen, jedoch machte sich auch hier die Pandemie bemerkbar. Viele Lokale waren fast leer. Kleine, enge Gassen führen durch die Stadt und der Weg  hinauf zum Glockenturm ist steil.

    Auf dem Weg zum Glockenturm
    Blick vom Schiff zum Glockenturm von Poros
    Der Glockenturm von Poros bei Nacht

    Heute wurde das Abendessen auf der Galileo serviert, da wir erst später in Poros ankamen. Um etwas Bewegung zu bekommen, liefen wir zum Glockenturm hoch, na ja, da wir den Weg nicht kannten, dauerte es länger als gedacht. Die Aussicht von oben war in Ordnung. Runter ging es dann schneller, vielleicht war es auch die Aussicht auf einen Ouzo als Schlummertrunk. Um 4:30 morgens setzte die Galileo ihre Fahrt Richtung Nafplio fort, und ich dachte schon der Ouzo hätte bei mir das Schwanken ausgelöst.

    Auf unserer Reise durch die Kykladen besuchten wir Poros wieder.

    Bevor wir in unsere Kabine verschwanden wurde ein Ouzo zum Schlummerdrink auserkoren
    Tut mir Leid Buddy, heute haben wir unser eigenes Schiff mitgebracht
    Blick vom Glockenturm auf die Bucht von Poroa. ©justtravelpassion.de

    Die Tage auf der Galileo

    Über Nacht oder am frühen Morgen segelte die Galileo zu ihrem nächsten Bestimmungshafen. In der Regel gab es nach dem Frühstück einen Zwischenstopp für Schwimmen vom Schiff oder einen Strandaufenthalt. 
    Danach fuhr man weiter zum eigentlichen Ziel. Diese Zeit wurde für ein gutes Mittagessen genutzt. 

    Am Zielort angekommen wurde ein Landausflug angeboten, der bestens von Jenny und Josef organisiert war und immer etwas Besonderes anbot und von kompetenten Erklärungen zu der Geschichte oder über Land und Leute untermauert.

    Die MS Galileo legte fast immer in der Nähe zum Ortseingang an, die Entfernung zum Ortszentrum waren in der Regel sehr kurz. 
    Der weitere Vorteil war die Halbpension auf dem Schiff, man konnte dadurch die lokalen Spezialitäten und Getränke erkunden, konnte die Atmosphäre der peloponnesischen Ortschaften spüren oder einfach in die lokale Kultur eintauchen.

    Der erste Badestopp

    Der kleine Strand Spiaggia Kranidi (37° 20' 57.00" N, 23° 05' 13.00" E) mit seinen Villen reicher  Athener  und  deren geparkten Luxusjachten war überraschenderweise nicht sehr sauber, aber das Wasser war klar und lud zum Schwimmen ein. Eine Runde um das Schiff machte jedoch genauso Spaß. 
    Stephan von shipsatsea organisierte ein Beachcleaning unter Beteiligung einiger Passagiere. Den gesammelten Abfall brachte er mit dem Kajak zurück an Bord, wo er ordnungsgemäß entsorgt wurde. 
    Es wäre schön, wenn Strandbesucher wieder mitnehmen, was sie brachten!

    Nafplio am Argolischen Golf

    05.09.2020
    Bei griechischen Städten findet man immer eine Verbindung zur Mythologie. 
    So auch in Nafplio,  die Stadt unter dem Namen Nauplia von Nauplion, dem Sohn des Poseidon und der Amymone, gegründet und war die Heimat des Sagenhelden Palamedes, so sagt zumindest der Mythos.
    Im 7. Jahrhundert v. Chr. wurde Nauplia vom benachbarten Argos erobert und wurde bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. verlassen.

    Noch etwas Geschichte in kurz:
    Prähistorische Zeit:
    Vermutlich bestand der Ort (Nupliya) schon 1370 v.Chr. Zu dieser Zeit gab es Handelsbeziehungen mit Ägypten und Argolis 

    Römerzeit, Byzantinische Zeit:
    Während der Römerzeit spielte die Stadt keine große Rolle.  Während der Byzantinischen Zeit lebte Nafplio wieder auf. Venezianische, Fränkische und türkischer Eroberer hinterließen ihre Spuren, ihre Traditionen, ihre Kultur und Architektur haben die Stadt stark beeinflusst.

    Griechische Revolution (Wikipedia)
    Die Stadt wurde 1822 erobert und war von 1829 bis 1834 die zweite Hauptstadt Griechenlands nach der Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich.

    Entdecke Nafplio
    mit seinen Monumenten und Statuen, seinen venezianischen oder neoklassischen Gebäuden, entdecke ottomanischen Brunnen oder die mittelalterlichen Burgen oder Reste uralter Mauern.

    Die Galileo kurz vor ihrer Anlandung ©justtravelpassion.de

    Ein Spaziergang durch Nafplio

    Bourtzi (Nafplio)
    Ankerplatz der Galileo, gegenüber dem Filellinon Square
    Die Galileo am Kai, Nafplio
    Blick auf Nafplio
    Festung Palamidi
    Die venezianische Festung Palamidi
    Leof.Vasilisis Amalias, Nafplio
    Archäologisches Museum am Syntagma Platz
    Filellinon Platz, Nafplio
    Die Türen einer Toilette in einem Restaurant
    Filillinon Platz nahe des Anlegeplatzes der Galileo
    PlayPause
    Slider

    Vom Schiff aus, das direkt vor der Stadt lag, brachte uns ein kurzer Spaziergang in diese mittelalterliche Stadt mit seinen engen Kopfsteinpflaster-Straßen gesäumt von gut erhaltenen neoklassischen Villen. Bougainvillea Bäume bildeten die Farbtupfer in den Straßen.
    Nachdem wir an der Venezianischen Eisdiele (angeblich das beste Eis in der Stadt) erfolgreich umschifften, ohne der Versuchung zu erliegen (Naja auf dem Heimweg konnten wir der Versuchung nicht widerstehen), erreichten wir den  Syntagma Platz, ein Platz gesäumt von historischen Gebäuden, Restaurants, Bars.

    Hier findest du zwei türkische Moscheen, die Erste war die „Schule für gegenseitiges Lernen“, heute umfunktioniert in ein Kino/Theater. Die zweite Moschee war der Sitz des ersten griechischen Parlaments. Weiter findet man hier das Archäologische  Museum und die Municipal Gallery.
    Suchst du eine Kopie des Gemäldes „Das Abendmahl“ von Leonard Da Vinci wandere zur Kirche Agios Georgios. Vor der Kirche von Agios Spyridonas wurde der Gouverneur Ioannis Antonios Graf Kapodistrias, das erste Staatsoberhaupt Griechenlands ermordet.

    Nafplio in Bildern

    Vouleftikon - das erste griechische Parlament
    Eine osmanische Brunnen mit venezianischen Features in der Altstadt von Nafplio
    Ein Spaziergang durch die Gassen von Nafplio
    Die Touristen stören offensichtlich den Mann auf dem Balkon in keinster Weise
    Ein Spazoiergang durch die Gassen von Napflio
    Am Syntagma Platz

    Ein Ausflug in die Geschichte - Epidauros

    Oder ein Trip ins Reich des Asklepios

    Epidauros ist ein unersetzbares kulturelle Erbe mit seiner eigenen Schönheit. Das Theater mit seiner fantastischen Akustik lässt eine diesen Ort nicht mehr vergessen.

    Epidauros ist die bedeutendste antike Kultstätte für den Gott Asklepios, der Heiler. Sie liegt im Gebiet der Ortschaft Lygourio auf dem Peloponnes, ca. 30 km von Nafplio entfernt. Epidauros gehört seit 1988 zum Weltkulturerbe.
    Das alte Theater wurde 330-320 vor Christus erbaut und es hat eine außergewöhnliche Akustik, die sogar heutige Produktionen wie z.B. das Athener-Festival für klassisches Drama zu einem Veranstaltungsort macht.

    Ein bisschen Geschichte muss sein:

    Schon im 7. Jahrhundert vor Christus entstand in der Nähe von Epidauros eine Kulturstätte für den Gott Apollon Maleatas und das erstaunliche ist, die Kultstätte war über zwei Jahrhunderte im Gebrauch. Seit dem 5. Jahrhundert v.Chr. wurde in Epidauros Asklepios verehrt. Die Epidaurer verstanden es, ihren Ort, als die Geburtsstätte des Gottes anzupreisen und sie lockten dadurch viele Pilger und Heilungssuchende an. Im 4. Jahrhundert war es das bedeutendste Heiligtum dieses Gottes. Der Reichtum ließ dann nicht lange auf sich warten.

    Der wichtigste Bereich ist eigentlich die Anlage von Asklepios. Anscheinend waren die Erfolge bei der Heilung groß, viele Inschriften berichten von unfruchtbaren Frauen die wieder Kinder bekommen konnten, von Blinden, die wieder sehen konnten. Die Kranken kamen aus dem gesamten griechischen Einflussbereich. Ein 76 Meter langes Gästehaus barg in 2 Stockwerken 160 Zimmer. Behandlungen fanden in großen Hallen an der Nordseite statt und im Untergeschoss unterzogen sich die Patienten einem kultischen Heilschlaf. Das Heiligtum war wie eine psychosomatische Klinik. 

    Heutzutage kann man nur erahnen, wie großartig das Heiligtum war.

    Das Theater von Epidauros. ©justtravelpassion.de
    Das Asklepieion ist ein Heiligtum zu Ehren des Gottes der Heilkunst. Die Anlage ist vielleicht heute vergleichbar mit einem Sanatorium. ©justtravelpassion.de

    Der Tempel des Asklepios und Tholos waren wichtige Kultbauten in der Anlage. Die alten Griechen verstanden ihre Patienten zu beeindrucken. Die Tempel waren anscheinend kostbar ausgestattet, sie waren mit Marmorskulpturen, Türen aus Holz und Elfenbein mit Goldnägel durchsetzt. Das Bild von Asklepios war aus Gold und Elfenbein, die Figur war sitzend dargestellt, mit dem Asklepios-Stab (Äskulapstabin der einen Hand und mit dem Kopf der Asklepios-Schlange mit der anderen Hand berührend.

    Die Funktion des Tholos ist bis heute ungeklärt. Es handelt sich um ein einzigartiger Rundbau durch seine Konstrution..

    Der Tholos ist ein Rundbau mit konzentrischen Mauerringen, 26 dorische Säulen bilden einen äußeren Ring, der Innenraum (Cella) wurde von 14 korinthischen Säulen aus Marmor umgeben. Decken, Kapitelle und Friesen waren mit Ornamenten geschmückt. Im Inneren bildeten drei versenkte Mauerring mit schmalen Gängen eine Art Labyrinth. 

    Sportliche und musikalische Wettkämpfe fanden alle 4 Jahre statt. Stadion und Gymnasien waren ein Teil des Heiligtum. Offensichtlich kannte man schon damals die Bedeutung von Bewegung für die Gesundheit.

    Ruine des Asklepios Tempel, ein kleiner rekonstruierter Teil des Temples ©justtravelpassion.de
    Ruine des Asklepios Tempel, ein kleiner rekonstruierter Teil des Tempels ©justtravelpassion.de
    Sportarena
    Sportarena in Epidauros

    Das Theater von Epidauros diente dem Vergnügen der Patienten der angrenzenden  Heilstätten und  wurde zur  Aufführung der griechischen Tragödien verwendet.
    Die halbkreisförmige Zuschauertribüne fasste 14.000  Zuschauer. Es gab weder Abgrenzungen der Sitze noch besondere Sitzplätze für VIP, die soziale Stellung des Besuchers war unwichtig. Die erste Sitzreihe hatte Rückenlehnen aus baulichen Gründen.

    Die Akustik des Theaters
    Noch heute ist die Akustik phänomenal. In der Mitte der Bühne bestehend aus Stampflehm, befindet sich eine zylindrische Steinplatte. Steht man an diesem Punkt und flüstert, kann man selbst in der obersten Reihe jedes Wort hören, selbst das Fallen einer Münze oder das Zerreißen eines Papiers hört man in den obersten Reihen. Verändert man die Position nach vorn oder hinten verändert sich die Lautstärke. 
    Durch die Form des Theaters werden niederfrequente Töne ausgefiltert. 

    Epidauros in Bildern

    Das Epidauros Theater versteckt hinter Pinien ©justtravelpassion.de
    Blick zum Punkt der Steinplatte. Vod diesem Punkt hört man ganz oben sogar geflüstere Worte ©justtravelpassion.de

    Unten: YouTube Video über das Theater von Epidauros

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    Wie kommt man nach Epidauros?

    Von Athen nach Epidauros

    Epidaurus (Archäologische Anlage und Theater) liegt in Paleo Epidaurus, Region Argolis, circa zwei Stunden Fahrt von Athens.

    Athens-Epidauros

    Zug:  2 Std. 4 Min  Kosten: 2-4 Euro
    Taxi:  1 Std. 12 Min  Kosten: 65-80 Euro
    Bus:  1 Std. 45 Min  Kosten: 11-19 Euro + Taxi 17 Min (15 km) 13 -17 Euro
    Auto: 1 Std 55 Min Kosten 16-25 Euro

    Es gibt tägliche Busse, die direkt oder über die Stadt Nafplio fahren. Die Busse fahren vom zentralen Busdepot in Athen in Kifisos ab.

    Nafplio-Epidauros

    Taxi:  31 Min  Kosten: 22-27 Euro
    Bus:  45 Min  Kosten: 2-5 Euro
    Auto: 31 Min  Kosten: 3-5 Euro

    EPIDAURUS
    - Senioren aus EU-Staaten über 65 Jahren
    - Personen unter 18 Jahren
    - behinderte Personen inklusive einer Begleitperson
    - Studenten aus EU-Staaten

    Öffnungszeiten
    Mo - So  08:00-19:00
    Feiertag 08:00- 19:00

    Sonderöffnungszeiten

    Die Anlage ist am 1. Januar, 25. März, 1. Mai, Ostersonntag, und am 25. und 26. Dezember geschlossen. 
    Eintritt : Erwachsene 12,00 Euro

    Reisen im Inland sind eingeschränkt

    • Gesichtsmasken sind Vorschrift

    • Es gilt eine soziale Abstandsregel von 1 Meter.

    • Bundesweite Kontrollmaßnahmen vorhanden

    Theater von Epidaurus
    Die Bühne von Epidauros von oben gesehen. Man hört sogar das Zerreißen von Papier oben auf dem letzten Rang
    Ein Theater zur Unterhaltung von Patienten des Heiligtums Aklepios
    Auf den Stufen von Epidaurus
    Das Theater ist hoch

    Monemvasia

    Der Ort Monemvasia liegt auf der seewärtigen Südost-Seite eines Felsens von ca. 194 Meter Höhe und 1,8 km Länge

    Baden in der Bucht von Fokianos

    06.09.2020
    Bevor wir nach Monemvasia einliefen, stand unser morgendlicher Schwimmstopp auf dem Programm. Die Galileo ankerte in der Bucht von Fokianos (37° 04' 13.00" N, 22° 58' 8.00" E), eine windstille Bucht, idyllisch mit einem wunderschönen Strand mit weißen Kieselsteinen, das Wasser ist klar. Man findet am Strand zwei Tavernen, Liegestühle, Sonnenschirme und eine Dusche. Die Gegend ist wunderschön und noch nicht überlaufen.
    Fokianos liegt ca. 30 km von Leonidio entfernt. 
    Richtung Monemvasia befindet sich die Ortschaft Kyparissi, das Dorf bezeichnet sich als  "Das schönste Dorf in Griechenland". Es soll auch der Lieblingsplatz von George H Bush, Prinz Charles gewesen sein.
    Diese Gegend des Peloponnes ist idyllisch gelegen und wunderschön, durchaus eine Reise wert.

    Nach diesem erfrischenden Badestopp segelte die MS Galileo weiter in Richtung Monemvasia.

    Reise entlang des Peloponnes und die Bucht von Fokianos

    Monemvasia

    06.09.2020
    Der Peloponnes ist eine geschichtsträchtige Gegend Griechenlands, wo sich Mythologie und die Geschichte miteinander vermischt. 

    Nach der Umrundung von Kap Kremmidhi sieht man in der Ferne eine Halbinsel ins Meer hinein ragen. Das Felsmassive ragt 200 Meter aus dem Meer und der Fels und erstreckt sich, mit einem schmalen Damm mit dem Festland verbunden, über 1,7 Kilometer ins Meer. 
    Kommt man näher bemerkt man die früher bedeutende, strategische Lage der Halbinsel. Die steilen Felswände, der schmale Zugang und der Blick auf alle vorbei fahrenden Schiffe machte Monemvasia zu einer uneinnehmbaren Festung in damaliger Zeit. Ob die Schiffe nach Athen, Nauplia, Konstantinopel, ins Schwarze Meer oder nur nach Hydra segelten, sie mussten an Monemvasia vorbei.

    Der erste Blick auf Monemvasia

    Ankunft in Monemvasia, der Fels und die Stadt von der Seeseite
    Die letzen Häuser in der Stadt
    Die Kirche Agia Sofia in der Oberstadt
    Die MS Galileo segelte für uns entlang der Seeseite Monemvasias

    Ankern vor Monemvasia

    Wir nähern uns unserem Ziel Monemvasia
    Anlegen an der Mole in Monemvasia
    Blick nach der Ortschaft Gefira , für viele der Ausgangspunkt für Monemvasia

    Ein Ausflug in die Geschichte Monemvasias

    Um 583 wurde die erste Siedlung auf dem Felsen errichtet. Aufgrund geografischen Gegebenheiten diente die Siedlung der Bevölkerung der umliegenden Dörfer als Schutz vor awarischen und slawischen Angreifern.
    Unter den Byzantinern wuchs der Wohlstand Monemvasia schnell. Ein Grund dafür war die strategische Lage und die  Festung galt damals als uneinnehmbar. Monemvasia wurde zu einem wichtigen Stützpunkt und Umschlagplatz. Die Stadt war wichtig zur Sicherung des Seewegs Venedig - Konstantinopel. Die Einwohner erhielten Vorrechte und Privilegien von den byzantinischen Kaisern, wie z.B. die Kaufleute hatten steuerfreien Zugang zu den Märkten des byzantinischen Reiches. In seiner Glanzzeit hatte Monemvasia 40 Kirchen.

    Die Stadt hielt vielen arabischen Belagerungen und 1147 dem Eroberungsversuch der Normannen stand. Erst 1249, nach drei Jahren der Belagerung durch die Franken, kapitulierte Monemvasia. Die Stadt konnte nur vom Meer her versorgt werden, seine Lage wurde nun zum Nachteil für die Stadt. 1263 mussten die Franken Monemvasia und Mystras an Byzantinische Reich zurückgeben. Nachdem die Osmanen Konstantinopel 1453 eroberten war Monemvasia auf sich gestellt. 1460 - 1464 stand die Stadt unter dem Schutz des Papstes, dieser konnte jedoch keinen ausreichenden Schutz bieten, so übernahm Venedig 1464 Monemvasia. Unter der Herrschaft Venedigs blühte die Stadt wieder auf. 1715 überließen die Venezianer den Türken die Stadt, natürlich gegen die Zahlung einer beträchtlichen Summe. Die Bevölkerung nahm von 25.000 Menschen auf wenige hundert Einwohner ab.

    1821 wurde die Stadt von den Griechen (Befreiungskrieg) erobert, Monemvasia versank  in der Bedeutungslosigkeit. 1971 gab es nur noch 32 Einwohner in Monemvasia. Die Menschen siedelten sich auf dem Festland, in Gefira (Brücke) an.

    1980 wurde angefangen, die Stadt wieder aufzubauen, mittelalterliche Gebäude zu renovieren, viele umgewandelt in Hotels und Touristenunterkünfte. Der wachsende Tourismus haucht der Stadt neues Leben ein.

    Lageplan der Stadt Monemvasia

    Ein Spazierung durch die Unterstadt Monemvasias

    Das Eingangstor nach Monemvasia, es ist der einzige Zugang
    Vor dem Geburtshaus des griechischen Dichters Jannis Ritsos in Monemvasia

    Monemvasia bedeutet - ein Eingang (Mono), man nennt Monemvasia auch "Gibraltar des Ostens".
    Betritt man die Stadt durch das Stadttor, befindet man sich auf der Hauptstraße, die früher der Basar der Osmanen oder Byzantiner, der Marktplatz der Venezianer war. Halte inne und vielleicht fühlst du die vergangenen Kulturen, den Lärm eines Basars, das Handeln der Venezianer oder du fühlst die Geschichte des Ortes. Heute säumen Cafés, Tavernen, Handwerksbetriebe und Geschäfte diese Hauptstraße.

    Über dem Stadttor befindet sich ein Platz mit der (Bild oben links) Büste des griechischen Dichters Jannis Ritsos (geb.1.5.1909), einer der bedeutendsten Dichter und Schriftsteller Griechenlands.

    Blick auf die Hauptstraße aufgenommen von Geburtshaus Jannis Ritsos
    Der Kirchturm der Christos Elkomenos Kirche
    Die geschichtsträchtige Hauptstraße Monemvasias
    Übige Auslagen in einem Geschäft an der Hauptstraße in Monemvasia
    Erklärungen zu Monemvasia von Jenny

    Tzami-Platz und die Christos-Elkomenos-Kirche

    Der Tzami-Platz, rechts befindet sich die dreischiffige Christos-Elkomenos-Kirche aus dem 12. Jahrhundert mit Ikonen, Statuen und zwei Thronen. Die Kirche wurde während des Orlow-Aufstandes (1770) wurde die Kirche fast vollständige zerstört und erst im 19. Jh. renoviert.
    Im Hintergrund sieht man den Glockenturm und am Berg die Oberstadt. Gegenüber der Kirche befindet sich, in einer türkischen Moschee aus dem sechzehnten Jahrhundert,  die Archäologische Sammlung Monemvasias.
    Die Kanone auf dem Hauptplatz stammt aus dem Jahr 1763.

    der Tzami-Platz in Monemvasia mit der Christos-Elkomenos-Kirche, dem Glockenturm, dem Museum und einer Kanone
    Christos-Elkomenos-Kirche, Monemvasia
    Christos-Elkomenos-Kirche mit dem Relief zweier Pfauen über der Eingangstüre
    Das Relief zweier Pfauen über dem Kircheneingang
    Beschreibung der Christos-Elkomenos Kirche

    In den Gassen von Monemvasia

    Lass uns das Labyrinth der Unterstadt zusammen entdecken. Für uns war der Spaziergang wie eine Zeitreise in die Vergangenheit und durch die Abwesenheit von Massen von Touristen konnte man alles genussvoll erkunden. 
    Die Oberstadt haben wir nicht erkundigt, der Weg war uns zu beschwerlich.

    Über den Dächern von Monemvasia

    Über den Dächern von Monemvasia, viele der Häuser werden zu Hotel umgebaut
    Eines der Hotels in Monemvasia
    Eine kleine Pause muss sein

    Begegnungen im Städtchen - Monemvasia

    Malerei, eine Studentin erfasst die Impression Monemvasias
    Eine Begegnung in Monemvasia, Manuela und die Studentin
    Die Nacht des Jagens war anstrengend
    Nirgends kann man ruhig schlafen, ohne fotografiert zu werden,
    Eine Pause mit einem Freund, in einem der kleinen Restaurants
    Ein Blick in die Küche, Monemvasia
    Das Ende von Monemvasia
    Ein steiler Weg führt zur Oberstadt

    Die Oberstadt von Monemvasia

    Wir konnten die Oberstadt nicht besuchen, dazu war die Zeit zu kurz, aber Andere haben es getan:  Entdecken der Oberstadt mit einem anderen Blog: Unter Segeln.

    Ein guterhaltener Steinweg führt nach oben, gutes Schuhwerk ist zum Empfehlen, da die Steine rutschig sind. Das Gelände in der Oberstadt ist etwas unwegsam, schmale Pfade führen zu den Ruinen. Sehenswert ist natürlich die Aussicht auf die Unterstadt und das Meer. Von der Kirche hat man einen fantastischen Blick auf die Bucht von Limera und Epidauros, sowie das Kap Kremidi. Vom Kastell hat man einen einmaligen Blick auf das Festland des Peloponnes.
    Sehenswert ist das Kastell und die Kirche Agia Sofia am nördlichen Hang der Insel.

    Achtung: eine lange Hose ist wegen des dichten Gestrüppes empfehlenswert.

    Wie kommt man nach Monemvasia

    Es gibt einen regelmäßigen Busverkehr von Athen nach Sparta, Mani, Monemvassia und zu vielen anderen Orten. Der Busbahnhof für den Peloponnes ist in Athen: Kifissou 100 Tel. 01/512.4910.
    Dichtes Streckennetz im lokalen Busverkehr zwischen allen Städten und Dörfern. Z.B. von Molai nach Monemvasia 3-mal täglich. Es gibt einen Pendelbus von Gefira nach Monemvasia.

    Athen: täglich am frühen Morgen ein Bus, der gegen 7 Uhr zurückkehrt. Fahrtzeit beträgt sieben Stunden.
     Ab Sparta: zwei Fuhren täglich. Dort in den Bus nach Moloi und später umsteigen.
     Ab Gytheion: einmal täglich (im Sommer).
     Ab Neapolis: eine Busverbindung täglich.

    Es gibt einen regelmäßigen Fährverkehr von Piräus nach Methana, von dort muss man mit Taxi oder Leihwagen nach Monemvasia fahren.
    Am besten und einfachsten ist es mit einem Leihwagen nach Monemvasia zu fahren.

    Auf Wiedersehen Monemvasia

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